Stiftungs-News

Wal in der Ostsee

Am 3. März wurde ein Wal im Hafen von Wismar gesichtet. Hier finden Sie aktuelle Informationen und Updates zur weiteren Entwicklung.

Update vom 24.03.2026

Der Gesundheitszustand des in der Lübecker Bucht gestrandeten Buckelwals ist besorgniserregend – sowohl seine Haut als auch den Allgemeinzustand betreffend. Zudem ist die Ostsee nicht dauerhaft als Lebensraum für den großen Wal geeignet.
In dieser schwierigen Gesamtsituation, müssen die Expert:innen des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover (ITAW) und die Einsatzkräfte vor Ort jede mögliche Maßnahme und Entscheidung sehr genau abwägen.
Wir selbst sind nicht in Niendorf, wir stehen jedoch im Austausch mit dem ITAW. 
In dieser herausfordernden Situation ist es wichtig, Vertrauen in die Arbeit der Fachleute zu haben. Alle Entscheidungen werden mit großem Verantwortungsbewusstsein getroffen.


Update vom 23.03.2026: Strandung des Wals in der Lübecker Bucht

In der Nacht vom 22. auf den 23. März strandete das Tier lebend in der Nähe von Niendorf in der Lübecker Bucht. Der Wal befindet sich derzeit in flachem Wasser und liegt auf einer Sandbank. Bereits am vergangenen Wochenende wurde er in diesem Gebiet, nahe Haffkrug, gesichtet.
Die Strandung erfolgte im Zuständigkeitsbereich des Landes Schleswig-Holstein. Vor Ort sind unter anderem Mitarbeitende des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover (ITAW), die die Situation bewerten und mögliche weitere Maßnahmen prüfen.
Nach aktueller Bewertung der wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen des ITAW vor Ort handelt es sich um einen Buckelwal. Dieser Einschätzung schließen wir uns nun an. Zuvor war eine eindeutige Bestimmung nicht möglich, da weder der Wal durch unsere Wissenschaftler:innen vollständig in Augenschein genommen werden konnte noch authentifizierte Bild- und Videoaufnahmen vorlagen. Erst das nun verfügbare Bildmaterial erlaubt uns eine fundierte Einordnung.
Unsere Wissenschaftler:innen sind derzeit nicht vor Ort, stehen jedoch in direktem Austausch mit den zuständigen Behörden und beteiligten Akteuren.


Update vom 17.03.2026: Weitere Sichtungen

Auch am vergangenen Wochenende wurde der Wal erneut gesichtet. Dem Deutschen Meeresmuseum wurden am Samstag (14.03.) und Sonntag (15.03.) Beobachtungen aus den Küstenbereichen Warnkenhagen, Steinbeck und Boltenhagen gemeldet.


Update vom 10.03.2026: Artbestimmung noch nicht eindeutig möglich

Am 3. März wurde im Hafen von Wismar ein Wal gesichtet. 
Zunächst gingen Wissenschaftler:innen des Deutschen Meeresmuseums davon aus, dass es sich um einen Finnwal handelte. Inzwischen liegt jedoch weiteres Bild- und Videomaterial vor, das diese Einschätzung verändert: Auf den neuen Aufnahmen sind Erhebungen auf den aus dem Wasser ragenden Körperbereichen sichtbar, die für einen Buckelwal typisch sind. Die Haut des Wals zeigt eine untypische Struktur, die eventuell durch Pilze oder andere Mikroorganismen verursacht sein könnte. Das Tier wirkt schlanker als ein gesunder Buckelwal – dies könnte auf einen schlechten Ernährungszustand hindeuten. Bisher gibt es keine Aufnahmen der Brustflossen, die für eine sichere Bestätigung der Art entscheidend wären. Ihre Länge im Verhältnis zur Körpergröße ist dabei kennzeichnend. Vor diesem Hintergrund lässt sich aktuell nur festhalten, dass es sich um einen Bartenwal handelt. Zu dieser Gruppe gehören sowohl Buckelwale als auch Finnwale. Beide Arten weisen zwei Blaslöcher auf, die auf dem bisherigen Bildmaterial erkennbar sind. Die Bezeichnung Bartenwal geht auf die Barten im Kiefer der Meeressäugetiere zurück, mit der sie Nahrung aus dem Wasser filtern. 


Meldung vom 04.03.2026

Am 3. März erreichte uns die Meldung, dass sich ein Wal im Hafen von Wismar aufhält. Vor Ort bestätigte sich die außergewöhnliche Sichtung. Es handelt sich um einen Finnwal.

Wie kommt ein Wal dieser Größe in die Ostsee?

Finnwale sind in der Ostsee nicht heimisch. Die Tiere zählen zu den größten Meeressäugern der Erde und wandern in der Regel aus arktischen Gewässern in wärmere Regionen, um sich dort fortzupflanzen.

Vermutlich folgte das Tier Heringsschwärmen in die westliche Ostsee. Da die Wismarer Bucht sehr flach ist, könnte der etwa 8 bis 12 Meter lange Finnwal der Fahrrinne gefolgt sein und sich so in den Hafen verirrt haben.

Wie konnte dem Tier geholfen werden?

Die Feuerwehr der Hansestadt Wismar sowie die Wasserschutzpolizei befreiten den Wal aus rund 50 Metern Netz. Auch die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd unterstützte den Einsatz vor Ort und versuchte, verbleibende Leinen zu entfernen.

Leider konnte das Tier nicht komplett befreit werden, denn das unruhige Verhalten des Finnwals deutete darauf hin, dass er sehr gestresst war. Insbesondere die über Wasser wahrnehmbare Vokalisation, die an ein tiefes „Grunzen“ erinnert, kann als ein Signal für Anspannung interpretiert werden.

Daher wurde bewusst darauf verzichtet, weitere Befreiungsversuche durchzuführen.

Schließlich gelang es dem Finnwal, den Weg aus dem Hafen zu finden. Wir hoffen sehr, dass er die Ostsee wohlbehalten wieder verlassen kann.