Stiftungs-News

Wal in der Ostsee

Am 3. März wurde ein Wal im Hafen von Wismar gesichtet. Hier finden Sie aktuelle Informationen und Updates zur weiteren Entwicklung.

Uns erreichen zudem zahlreiche Fragen, insbesondere zu möglichen Maßnahmen zur Unterstützung des Tieres. Dabei stehen Themen wie eine gezielte Lenkung, der Einsatz von Hilfsmitteln oder medizinische Behandlungen im Mittelpunkt. 

Auf Grundlage des aktuellen Forschungsstandes und der Erfahrungen vor Ort haben wir Antworten auf häufige Fragen zusammengefasst: Buckelwal in der Ostsee – FAQs

 

Update vom 12.04.26: Schwächere Atmung beobachtet

In der Nacht vom 11.04. zum 12.04. wurden leichte Bewegungen der Fluke beobachtet, die jedoch auch bei stark geschwächten Tieren vorkommen und nicht als Verbesserung gewertet werden. Auffällig ist zudem eine Veränderung der Atmung. Die Atembewegungen sind im Vergleich zu den vergangenen Tagen schwächer ausgeprägt. Zusätzlich wurden kurze Atemzüge vor einem längeren Atemzug beobachtet.

Umweltminister Dr. Till Backhaus war am Wochenende vor Ort und begleitete einen Mobilisierungsversuch mit eingespielten Walgesängen. Dieser minimalinvasive Ansatz zeigte keine Wirkung.

Die Betreuung erfolgt weiterhin durch die Feuerwehr und eine Walwacht. Nach einem Zwischenfall wird die Sperrzone nun verstärkt gesichert.


Update vom 11.04.2026: Gutachten zum Gesundheitszustand veröffentlicht

Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern hat das im Rahmen einer Pressekonferenz bereits vorgestellte Gutachten zum Gesundheitszustand des vor der Insel Poel liegenden Buckelwals veröffentlicht. Die fachliche Bewertung durch Expert:innen des Deutschen Meeresmuseums und des ITAW bestätigt die bisherigen Einschätzungen: Der Wal ist schwer geschädigt und sehr geschwächt. Es wird daher empfohlen, von einer Lebendbergung abzusehen.
Die Entscheidung, kein weiteres aktives Eingreifen vorzunehmen, wird zudem von internationalen Fachgremien unterstützt. Ziel ist es, dem Tier kein zusätzliches Leid zuzufügen.

Das vollständige Gutachten steht hier als PDF zur Verfügung:
> Gutachten zum Gesundheitszustandes des gestrandeten Buckelwals


Update vom 10.04.2026: Lage unverändert – weiterer Kommentar veröffentlicht

Der Buckelwal liegt heute weiterhin ruhig atmend an derselben Stelle vor der Insel Poel im Wasser. Veränderungen in der Lage des Tieres wurden nicht festgestellt.
Eine zusätzliche Befeuchtung des Körpers war heute bislang nicht erforderlich, da das regnerische Wetter sowie die aktuellen Wasserverhältnisse eine ausreichende natürliche Benetzung gewährleisten.
Ein aktueller Kommentar des Meeresbiologen und Walforschers Fabian Ritter ordnet die Situation fachlich ein und beleuchtet den Umgang des Menschen mit Meeressäugern sowie die zugrunde liegenden Ursachen solcher Fälle. Der vollständige Beitrag wurde über den Verein M.E.E.R. veröffentlicht und ist hier nachzulesen: Kommentar von Fabian Ritter auf m-e-e-r.de


Update vom 09.04.2026: Kurzzeitige Aktivitäten gestern, heute Morgen ruhig atmend

Am gestrigen Nachmittag zeigte der Buckelwal vor der Insel Poel kurzzeitig Aktivität. Gegen 14:55 Uhr schlug das Tier deutlich mit der Fluke, etwa 30 Minuten später erneut. Dadurch bewegte sich der Wal etwa drei Meter von der Stelle. Zeitweise war zudem eine erhöhte Atemfrequenz zu beobachten, der Kopf wurde dazu angehoben. Aufgrund des Wasserstandes sowie des Wellengangs, war eine Benetzung des Rumpfes nicht erforderlich.
Am heutigen Morgen lag der Buckelwal ruhig und weiterhin atmend im Wasser.


Update vom 09.04.2026: Internationale Walfangkommission bestätigt Vorgehen

Dem Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern liegt ein Schreiben der Internationalen Walfangkommission (IWC) vor, in dem die aktuelle Einschätzung der Fachleute vor Ort auf Grundlage des wissenschaftlichen Gutachtens bestätigt wird. Die IWC bewertet den Fall als einzigartig in der Welt: Noch nie ist beobachtet worden, dass ein Wal innerhalb weniger Tage mehrfach an einer Küste strandet und weiterlebt.
In ihrer fachlichen Einschätzung kommt die IWC zu dem Ergebnis, dass eine Lebendbergung keine Option darstellt. Aufgrund des stark geschädigten Hautzustands würde das Anlegen von Bergungsgeschirr zu erheblichen weiteren Verletzungen führen und ist mit dem Tierschutz nicht vereinbar.
Auch eine Euthanasierung wird nicht als durchführbar angesehen. Unter den gegebenen Bedingungen im flachen Wasser wären die Gefahren für die beteiligten Personen hoch. Zudem stehen keine erprobten Verfahren zur Verfügung, die ein weiteres Leiden des Tieres sicher ausschließen könnten.
Die derzeit angewandten palliativen Maßnahmen werden von der IWC als verantwortungsvoll, human und pragmatisch bewertet.
Weitere Informationen finden Sie in der Pressemeldung des Ministeriums sowie im vollständigen Statement der IWC.

Auch die Organisation British Divers Marine Life Rescue (BDMLR) kommt in einer aktuellen Stellungnahme zu einer vergleichbaren Einschätzung: Aufgrund des schlechten Gesundheitszustands und der Größe des Tieres sind weder eine erfolgreiche Bergung noch eine tierschutzgerechte Euthanasierung realistisch, sodass lediglich ein palliativer Ansatz bleibt. Weitere Informationen finden Sie im vollständigen Statement von BDMLR.


Update vom 08.04.2026 - Falschmeldungen zu Spendenaufrufen

Zum Buckelwal vor der Insel Poel kursieren derzeit vermehrt Falschmeldungen im Internet.
In diesem Zusammenhang weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass es keine offiziellen Spendenaktionen zur Unterstützung einer Bergung des Wals gibt. Entsprechende Aufrufe, bei denen Namen von Expert:innen genutzt und missbräuchlich verwendet werden, sind nicht legitim.
Bitte informieren Sie sich ausschließlich über verlässliche Quellen.


Update vom 07.04.2026: Gutachten bestätigt nochmals kritischen Zustand des Wals

Ein umfassendes Gutachten von Expert:innen des Instituts für terrestrische und aquatische Wildtierforschung (ITAW) und des Deutschen Meeresmuseums (DMM) bestätigt, dass der Gesundheitszustand des Buckelwals sich weiter verschlechtert hat. Der Wal zeigt kaum noch Reaktionen auf äußere Reize. Seine Haut weist deutliche Ablösungen sowohl an den freiliegenden als auch den von Wasser bedeckten Partien auf. Dieser Zustand schließt einen Einsatz von Gurten o.ä. aus. Folgeschäden an den inneren Organen sind aufgrund der inzwischen mehrtägigen Liegezeit im flachen Wasser und des daraus resultierenden Drucks sehr wahrscheinlich. Des Weiteren wurden nun Verletzungen sichtbar, die unter anderem von einer Schiffsschraube stammen könnten. Abdrücke auf der Haut deuten auf den Kontakt mit Fischereinetzmaterial hin.
Der Wal liegt in seiner Position unverändert bei einem derzeitigen Wasserstand von etwa 1,40 Metern in weichem Sediment vor der Insel Poel. Aufgrund seines stark geschwächten Allgemeinzustands wird ein eigenständiges Freikommen aktuell ausgeschlossen. 
Unklar ist, wann das Tier versterben wird. Anders als bei einer Strandung an Land, bei der von einer Überlebensdauer von etwa fünf Tagen ausgegangen wird, wird der Wal aktuell noch teilweise vom Wasser getragen. Dadurch kann sich die Überlebenszeit verlängern, auch wenn sich sein Zustand weiter verschlechtert.
Aspekte einer möglichen Erlösung des Tieres wurden intensiv geprüft. Die bekannten und grundsätzlich anwendbaren Methoden kommen in der aktuellen Situation nicht in Betracht. Alle Optionen bergen ein erhebliches Restrisiko, nicht unmittelbar zu wirken und ein zusätzliches, erhebliches Leiden zu erzeugen. Vor diesem Hintergrund wurde entschieden, auf solche Maßnahmen zu verzichten.


Update vom 06.04.2026: Prognose für den Wal vor Poel weiterhin schlecht

Der Buckelwal befindet sich an unveränderter Position in der Kirchsee vor der Insel Poel und atmet etwa alle drei bis vier Minuten. Für die Nacht von Ostermontag auf Dienstag wird ein signifikanter Anstieg des Wasserstandes um 80 Zentimeter erwartet. Die Gesamtprognose für den Meeressäuger ist jedoch sehr schlecht. Die Ursache für seinen bisherigen Irrweg ist unklar. In Folge der mehrfachen und teils mehrtägigen Strandungen lastet starker Druck auf seinen inneren Organen. Zudem werden weiterhin Reste eines Fischereinetzes in seinem Maul vermutet. Das Wildtier leidet außerdem unter einer starken Hauterkrankung. Der Buckelwal liegt in einer 50 Zentimeter tiefen, schlammigen Mulde. Daher wird nicht davon ausgegangen, dass er genügend Energie und Antrieb hat, um sich noch einmal freizuschwimmen. Selbst dann wäre eine anschließende erneute Strandung sehr wahrscheinlich. Für Dienstag ist eine weitere Begutachtung des Tieres geplant.


Update vom 03.04.2026: Die Situation des vor der Insel Poel liegenden Buckelwals ist nahezu unverändert.

Nach Angaben von Umweltminister Dr. Till Backhaus wird das Tier rund um die Uhr durch die Wasserschutzpolizei sowie die Walwache begleitet und geschützt. Die Berufsfeuerwehr sorgt regelmäßig dafür, den aus dem Wasser ragenden Rücken des Buckelwals mit Wasser zu benetzen.


Update vom 01.04.2026: Lage weiterhin kritisch 

Die Situation rund um den Buckelwal in der Wismarbucht bleibt äußerst kritisch. Nach Einschätzung der beteiligten Fachleute der Umweltschutzorganisationen Greenpeace, und Sea Shepherd sowie des Deutschen Meeresmuseums und des ITAW muss davon ausgegangen werden, dass das Tier erheblich geschwächt ist. Die wiederholten Strandungen gelten auch unter internationalen Wissenschaftler:innen als deutliches Zeichen für eine schwere Erkrankung oder eine massive Beeinträchtigung.
Aktuelle Beobachtungen bestätigen diese Einschätzung: Die Atemfrequenz liegt bei etwa einem Atemzug alle vier Minuten. Bei einem erneuten Annäherungsversuch am heutigen Morgen zeigte das Tier keinerlei Reaktion – weder auf Boote noch auf vorsichtige Impulse, was als Indiz für einen sehr weit fortgeschrittenen Schwächezustand steht.

Die Maßnahmen der vergangenen Tage folgten einer klar abgestimmten Strategie, die von nationalen und internationalen Expert:innen einhellig bestätigt wird:
•    In Mecklenburg-Vorpommern lag der Wal bislang drei Mal im flachen Wasser. 
•    In allen Fällen wurde zunächst bewusst auf Ruhe gesetzt, um dem Tier keine zusätzliche Energie zu entziehen. 
•    In geeigneten Momenten – insbesondere bei steigendem Wasserstand – wurde der Wal behutsam aktiviert, um ihn zur Eigenbewegung zu motivieren. 
•    Dieses Vorgehen war erfolgreich: Der Wal konnte zeitweise wieder in Bewegung gesetzt werden. 
Alle beteiligten Fachleute tragen dieses Vorgehen ausdrücklich mit.

Die Situation in der Kirchsee vor der Insel Poel unterscheidet sich jedoch deutlich:
•    Der Wasserstand ist sehr niedrig, die Bucht zudem stark verwinkelt und verschlammt. 
•    Das Tier ist inzwischen massiv geschwächt. 
•    Eine Aktivierung würde das Tier zusätzlich stressen. 

Die aktuelle Vorgehensweise orientiert sich eng an tierschutz- und naturschutzrechtlichen Vorgaben sowie an wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Fachliche Bewertungen zeigen, dass der Wal bereits mehrere Merkmale aufweist, die typisch für Tiere in einem fortgeschrittenen Schwächezustand sind und auf ein mögliches Verenden hindeuten. Dazu zählen insbesondere die wiederholten Strandungen, die deutlich reduzierte Vitalität sowie die fehlende Reaktion auf äußere Reize.
In solchen Situationen führen Eingriffe häufig nicht zu einer nachhaltigen Rettung, sondern können das Leiden des Tieres verlängern. Ein natürlicher Verlauf – so schwer er auch zu akzeptieren ist – entspricht in vielen Fällen dem geringeren Eingriff in das Tierwohl.

Auch rechtlich ist die Situation eindeutig:
Eine Verpflichtung, ein wild lebendes Tier aktiv zu retten, besteht nicht. Gleichzeitig sind Eingriffe – insbesondere eine mögliche Tötung – nur unter sehr engen Voraussetzungen zulässig und müssen strengen tierschutzrechtlichen Anforderungen genügen.

Ein aktives Eingreifen, das mit erheblichen Belastungen für das Tier verbunden wäre, muss daher besonders sorgfältig abgewogen werden.
Vor diesem Hintergrund und aus Verantwortung gegenüber dem Tier wird die Bevölkerung eindringlich gebeten, den Bereich der Kirchsee zu meiden und von jeder Form der Annäherung oder Beobachtung aus der Nähe abzusehen. Ziel ist es, dem Wal in dieser Situation Ruhe zu ermöglichen und unnötigen Stress zu vermeiden.


Update vom 01.04.2026: Wal erneut im flachen Wasser vor Poel

Der Buckelwal hat sich am Dienstag erneut im flachen Wasser vor der Insel Poel festgesetzt. Das Tier liegt derzeit in der Kirchsee nahe des Ortes Weitendorf in einem sehr flachen und verwinkelten Küstenbereich.
Am Dienstag wurden zunächst keine weiteren Rettungsmaßnahmen durchgeführt. Wissenschaftler:innen des DMM, des ITAW sowie der Umweltschutzorganisationen Greenpeace und Sea Shepherd haben sich darauf verständigt, dem geschwächten Tier zunächst Ruhe zu ermöglichen.
Auch heute Morgen liegt der Wal unverändert in der Poeler Bucht. Die Situation bleibt kritisch. Expert:innen und Einsatzkräfte sind weiterhin vor Ort, um den Zustand des Tieres zu beurteilen und das weitere Vorgehen abzustimmen.


Update vom 31.03.2026: Wal kann sich erneut freischwimmen

Der Buckelwal konnte sich am gestrigen Abend erneut aus eigener Kraft aus dem flachen Wasser der Wismarer Bucht lösen und sich in Richtung tieferer Bereiche bewegen. Zuvor wurde das Tier durch akustische Reize zum Wegschwimmen animiert. 
Am Morgen wurde der Wal erneut in der Wismarer Bucht nahe der Seebrücke gesichtet. Boote der Meeresschutzorganisation Greenpeace e. V. und der Wasserschutzpolizei versuchen derzeit, das Tier von weiteren Flachwasserbereichen fernzuhalten.
Der Gesundheitszustand des Tieres bleibt weiterhin kritisch. Rückstände des ursprünglichen Netzes konnten bislang nicht entfernt werden. Ein Eingriff ins Maul des Tieres birgt erhebliche Risiken für Mensch und Tier. Ob es sich bei dem Netz um kleine Seilstücke oder größere Teile handelt, die möglicherweise verschluckt wurden, lässt sich aktuell nicht genau bestimmen.


Update vom 30.03.2026: Buckelwal weiterhin im Flachwasser in der Wismarer Bucht

Der Buckelwal befindet sich weiterhin im flachen Wasser der Wismarer Bucht und hat sich über Nacht nicht eigenständig fortbewegt. Drohnenaufnahmen von gestern und heute im Vergleich verdeutlichen, dass der Buckelwal sich kaum bewegt hat und in nahezu unveränderter Position weiterhin aufliegt.
Der Gesundheitszustand des Wals kann derzeit ausschließlich anhand äußerer Beobachtungen eingeschätzt werden. Dabei sind unter anderem weiterhin ein schlechter Hautzustand sowie sichtbare Abplatzungen erkennbar. Technische Möglichkeiten, um von außen das Innere des Tieres zu untersuchen, stehen aktuell nicht zur Verfügung.
Bis zum Abend wird ein steigender Wasserstand erwartet. Es besteht die Hoffnung, dass der Wal diese Entwicklung nutzt, um selbstständig in tiefere Gewässer zu gelangen. Unterstützend wird gemeinsam mit Greenpeace e. V. versucht, das Tier behutsam in Bewegung zu bringen. Da ein direkter Kontakt unbedingt vermieden werden muss, erfolgt dies ausschließlich durch akustische Reize, etwa durch das Klatschen von Paddeln auf die Wasseroberfläche.
Zum Schutz des Tieres besteht weiterhin eine eingerichtete Sperrzone. Zudem wird die Situation kontinuierlich überwacht.


Update vom 29.03.2026: Buckelwal im Flachwasser in der Wismarer Bucht

Der Buckelwal hält sich derzeit erneut in sehr flachem Wasser mit einer Tiefe von maximal zwei Metern auf und hat wieder Grundkontakt. In der vergangenen Nacht konnte sich das Tier zunächst aus eigener Kraft befreien, nachdem es nur leicht aufgesessen hatte. Anschließend wurde es von der Wasserschutzpolizei begleitet. Inzwischen ist es jedoch erneut in eine vergleichbare Situation geraten.

Gemeinsam mit wissenschaftlichen Kolleg:innen des ITAW sowie der Meeresschutzorganisation Greenpeace e. V. wurde der aktuelle Gesundheitszustand des Wales geprüft. Seit gestern zeigt sich eine deutliche Verschlechterung: Sowohl die Atemfrequenz als auch die Aktivität des Tieres sind reduziert.

Da sich der Wal bereits zuvor eigenständig freischwimmen konnte, besteht weiterhin die Hoffnung, dass ihm dies mit ausreichend Ruhe erneut gelingt. Aus diesem Grund wurde eine Schutzzone eingerichtet, um Störungen so weit wie möglich zu minimieren.­­


Update vom 28.03.2026: Wal erneut in Wismarer Bucht

Das Deutsche Meeresmuseum bedankt sich für die Sichtungsmeldungen über den Buckelwal, nachdem er heute Vormittag erneut in die Wismarer Bucht geschwommen war. Aktuell liegt der Meeressäuger leider im flachen Wasser südöstlich der kleinen Insel Walfisch fest.

Wissenschaftler:innen des Deutschen Meeresmuseums (DMM) und des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) und von der Meeresschutzorganisation Greenpeace waren bis zum späten Nachmittag gemeinsam mit der Wasserschutzpolizei vor Ort, um die Sichtungsmeldungen zu verifizieren, das Tier zu beobachten und die Gesamtsituation einzuschätzen.

Um den Buckelwal nicht unnötig zu stressen und aufgrund der aktuellen Wetterbedingungen wurde der Einsatz für heute beendet. Die Lage wird morgen erneut beurteilt.

Morgen Nachmittag werden wir über die neuen Erkenntnisse und Entscheidungen wieder hier informieren.


Update vom 27.03.2026: Wal aus flachem Bereich freigekommen

Nach der Strandung des Buckelwals in Niendorf liefen in den vergangenen Tagen umfangreiche Rettungsmaßnahmen. Zahlreiche Einsatzkräfte arbeiteten vor Ort unter schwierigen Bedingungen daran, dem etwa 12 bis 15 Meter langen Tier den Weg zurück ins tiefere Wasser zu ermöglichen. Dabei wurde unter anderem mit schwerem Gerät eine Fahrrinne gegraben – teils mit mehreren Baggern von Land- und Wasserseite aus. In der Nacht zum 27.03.2026 konnte sich das Tier schließlich aus eigener Kraft aus dem flachen Bereich lösen und wieder in tieferes Wasser bewegen. Zuvor hatten die Arbeiten an der Rinne maßgeblich dazu beigetragen, dass sich der Wal Stück für Stück in Richtung offenes Wasser bewegen konnte. 
Heute Morgen wurde er in der Lübecker Bucht gesichtet. Trotz dieser Entwicklung ist die Situation ernst: Der Wal muss aus der Ostsee zurück über die Nordsee in den Atlantik finden.
Die Lage wird weiterhin von Expert:innen des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover (ITAW) beobachtet. Entscheidend ist nun, dass das Tier im tiefen Wasser bleibt und nicht erneut strandet.


Update vom 24.03.2026: Aktuelle Lage

Der Gesundheitszustand des in der Lübecker Bucht gestrandeten Buckelwals ist besorgniserregend – sowohl seine Haut als auch den Allgemeinzustand betreffend. Zudem ist die Ostsee nicht dauerhaft als Lebensraum für den großen Wal geeignet.
In dieser schwierigen Gesamtsituation, müssen die Expert:innen des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover (ITAW) und die Einsatzkräfte vor Ort jede mögliche Maßnahme und Entscheidung sehr genau abwägen.
Wir selbst sind nicht in Niendorf, wir stehen jedoch im Austausch mit dem ITAW. 
In dieser herausfordernden Situation ist es wichtig, Vertrauen in die Arbeit der Fachleute zu haben. Alle Entscheidungen werden mit großem Verantwortungsbewusstsein getroffen.


Update vom 23.03.2026: Strandung des Wals in der Lübecker Bucht

In der Nacht vom 22. auf den 23. März strandete das Tier lebend in der Nähe von Niendorf in der Lübecker Bucht. Der Wal befindet sich derzeit in flachem Wasser und liegt auf einer Sandbank. Bereits am vergangenen Wochenende wurde er in diesem Gebiet, nahe Haffkrug, gesichtet.
Die Strandung erfolgte im Zuständigkeitsbereich des Landes Schleswig-Holstein. Vor Ort sind unter anderem Mitarbeitende des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover (ITAW), die die Situation bewerten und mögliche weitere Maßnahmen prüfen.
Nach aktueller Bewertung der wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen des ITAW vor Ort handelt es sich um einen Buckelwal. Dieser Einschätzung schließen wir uns nun an. Zuvor war eine eindeutige Bestimmung nicht möglich, da weder der Wal durch unsere Wissenschaftler:innen vollständig in Augenschein genommen werden konnte noch authentifizierte Bild- und Videoaufnahmen vorlagen. Erst das nun verfügbare Bildmaterial erlaubt uns eine fundierte Einordnung.
Unsere Wissenschaftler:innen sind derzeit nicht vor Ort, stehen jedoch in direktem Austausch mit den zuständigen Behörden und beteiligten Akteuren.


Update vom 17.03.2026: Weitere Sichtungen

Auch am vergangenen Wochenende wurde der Wal erneut gesichtet. Dem Deutschen Meeresmuseum wurden am Samstag (14.03.) und Sonntag (15.03.) Beobachtungen aus den Küstenbereichen Warnkenhagen, Steinbeck und Boltenhagen gemeldet.


Update vom 10.03.2026: Artbestimmung noch nicht eindeutig möglich

Am 3. März wurde im Hafen von Wismar ein Wal gesichtet. 
Zunächst gingen Wissenschaftler:innen des Deutschen Meeresmuseums davon aus, dass es sich um einen Finnwal handelte. Inzwischen liegt jedoch weiteres Bild- und Videomaterial vor, das diese Einschätzung verändert: Auf den neuen Aufnahmen sind Erhebungen auf den aus dem Wasser ragenden Körperbereichen sichtbar, die für einen Buckelwal typisch sind. Die Haut des Wals zeigt eine untypische Struktur, die eventuell durch Pilze oder andere Mikroorganismen verursacht sein könnte. Das Tier wirkt schlanker als ein gesunder Buckelwal – dies könnte auf einen schlechten Ernährungszustand hindeuten. Bisher gibt es keine Aufnahmen der Brustflossen, die für eine sichere Bestätigung der Art entscheidend wären. Ihre Länge im Verhältnis zur Körpergröße ist dabei kennzeichnend. Vor diesem Hintergrund lässt sich aktuell nur festhalten, dass es sich um einen Bartenwal handelt. Zu dieser Gruppe gehören sowohl Buckelwale als auch Finnwale. Beide Arten weisen zwei Blaslöcher auf, die auf dem bisherigen Bildmaterial erkennbar sind. Die Bezeichnung Bartenwal geht auf die Barten im Kiefer der Meeressäugetiere zurück, mit der sie Nahrung aus dem Wasser filtern. 


Meldung vom 04.03.2026

Am 3. März erreichte uns die Meldung, dass sich ein Wal im Hafen von Wismar aufhält. Vor Ort bestätigte sich die außergewöhnliche Sichtung. Es handelt sich um einen Finnwal.

Wie kommt ein Wal dieser Größe in die Ostsee?

Finnwale sind in der Ostsee nicht heimisch. Die Tiere zählen zu den größten Meeressäugern der Erde und wandern in der Regel aus arktischen Gewässern in wärmere Regionen, um sich dort fortzupflanzen.

Vermutlich folgte das Tier Heringsschwärmen in die westliche Ostsee. Da die Wismarer Bucht sehr flach ist, könnte der etwa 8 bis 12 Meter lange Finnwal der Fahrrinne gefolgt sein und sich so in den Hafen verirrt haben.

Wie konnte dem Tier geholfen werden?

Die Feuerwehr der Hansestadt Wismar sowie die Wasserschutzpolizei befreiten den Wal aus rund 50 Metern Netz. Auch die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd unterstützte den Einsatz vor Ort und versuchte, verbleibende Leinen zu entfernen.

Leider konnte das Tier nicht komplett befreit werden, denn das unruhige Verhalten des Finnwals deutete darauf hin, dass er sehr gestresst war. Insbesondere die über Wasser wahrnehmbare Vokalisation, die an ein tiefes „Grunzen“ erinnert, kann als ein Signal für Anspannung interpretiert werden.

Daher wurde bewusst darauf verzichtet, weitere Befreiungsversuche durchzuführen.

Schließlich gelang es dem Finnwal, den Weg aus dem Hafen zu finden. Wir hoffen sehr, dass er die Ostsee wohlbehalten wieder verlassen kann.