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Deutsches Meeresmuseum stellt sich mit Digitalprojekten für die Zukunft auf

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[18.11.2021] In vielfältigen Projekten erarbeiten Mitarbeiter*innen des Deutschen Meeresmuseums digitale Formate für Museumsgäste und zur Erschließung der Sammlungen.

In diesem Jahr starteten am Deutschen Meeresmuseum in Stralsund drei vom Bund geförderte Digitalprojekte. Seitdem sind erste Meilensteine erreicht. Doch bis die Ergebnisse den Museumsgästen und der Forschungsgemeinschaft zugutekommen, spielt die Erprobung innovativer Technologien und die Analyse neuester Daten eine entscheidende Rolle.

Meeressammlungen online

„Aktuell fertigen wir hochauflösende Fotografien, 360°-Bilder und 3-D-Scans an, um exemplarisch zu testen, wie dieses Material zur Digitalisierung unserer Sammlung etabliert werden kann“, sagt Dr. Timo Moritz, Leiter der Abteilung Wissenschaft am Deutschen Meeresmuseum. Neben den Ausstellungen gehören Forschung und Sammlung zu den Kernbereichen am Deutschen Meeresmuseum.

Ziel des Projektes „Meeressammlungen online“ ist neben der Prüfung verschiedener Techniken zur Digitalisierung von Fischpräparaten, Korallenfragmenten sowie Skeletten von Säugetieren und Vögeln auch deren Online-Präsentation. Wegen der Formen- und Größenvielfalt der Objekte ist es notwendig, mehrere Digitalisierungsmethoden zu untersuchen. Ein Onlineportal wird in Zukunft dazu beitragen, die großen und vielfältigen Sammlungen im Hintergrund der Ausstellungen des Deutschen Meeresmuseums für externe Forscher*innen, aber auch für die breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Damit sollen Interesse an der Sammlungsarbeit des Museums geweckt und aktuelle Themen wie Artenschutz und Nachhaltigkeit stärker verbreitet werden.

(Digital) MEER erleben

Mit dem Teilprojekt „(Digital) MEER erleben“ beteiligt sich das Deutsche Meeresmuseum am bundesweiten Projekt „museum4punkt0“. Der Verbund aus Museen unterschiedlicher Größe und Ausrichtung erprobt digitale Formate für neue Arten des Lernens, Erlebens und Teilhabens. Museen deutschlandweit sollen von den gewonnenen Erkenntnissen profitieren. In Zusammenarbeit mit der Wiener Firma „Fluxguide Ausstellungssysteme“ entsteht für das OZEANEUM ein interaktives Navigations- und Informationssystem. Es soll die Orientierung optimieren und für Museumsgäste – angepasst an individuelle Interessen – Wissenswertes, Aktuelles und Kurioses bereithalten.

Anke Neumeister und Karsten Goletz koordinieren die Aufgaben im Projekt und verfolgen verschiedene Ansätze: „Die Pandemie hat die Präsenz von Museen im Netz erweitert und verbessert. Auch in Ausstellungen vor Ort sehen wir einen Wandel in der Wahrnehmung und im Verhalten, auf die wir mit der Erprobung aktueller berührungsloser Technologien im Museum reagieren. Wir wünschen uns eine direkte Übertragung von innovativen Technologien aus der Forschung in Museen und wollen mit Kooperationsmodellen Beispiele dafür liefern.“ Gemeinsam mit dem „Cologne Cobots Lab“ der Technischen Hochschule Köln erforscht das Deutsche Meeresmuseum, wie Roboter, die auf künstlicher Intelligenz basieren, in der Gästebetreuung eingesetzt werden können. Im OZEANEUM wird ab Januar 2022 „SEMMI“ (Sozio-Empathische-Mensch-Maschine-Interaktion), ein im Deutsche-Bahn-Konzern entwickeltes Gesprächssystem, unter fachlicher Aufsicht des Kölner Teams Fragen der Gäste beantworten. „Die Betreuung der Museumsgäste durch Menschen können und wollen wir nicht ersetzen“, so Anke Neumeister und Karsten Goletz. „Vielmehr geht es uns darum zu ermitteln, wie Roboter mit Mehrwert dabei unterstützen können.“


Digitale Erschließung der neuen Ausstellung im modernisierten MEERESMUSEUM

Das MEERESMUSEUM in der Stralsunder Altstadt wird derzeit umfassend modernisiert. Neben klassischen Präparaten und Aquarien bilden zukünftig digitale Module spannende Kontraste zum historischen Ambiente und bringen gelebte Geschichte und Moderne in Einklang. „Gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt stellen wir neueste Satellitendaten zusammen, um den zukünftigen Museumsgästen in einer Licht-Ton-Produktion mehr über das >Netzwerk Ozean< zu vermitteln“, sagt Projektleiterin Dr. Dorit Liebers-Helbig. „Auf einem Globus mit zwei Meter Durchmesser werden die Ozeanografie und Meeresströmungen unseres Wasserplaneten vorgestellt.“ Zusätzliche Themen sind das Meer als Klimamotor und die Einflüsse des Menschen auf den Lebensraum Meer unter Berücksichtigung der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung.

Zwei weitere digitale Ausstellungsmodule zeigen Urzeit-Aquarien – originale Fossilien in Verbindung mit Hologrammen – und einen Blick in die Zukunft von Aquarien. Dabei werden Informationen über die Herkunft von Aquarientieren sowie über aktuelle Zucht- und Auswilderungsprogramme vorgestellt, aber auch „digitale Räume unter Wasser“ konzipiert.

Die Digitalprojekte am Deutschen Meeresmuseum werden mit insgesamt rund 890 000 Euro von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien gefördert.

Weitere Informationen: Digital-Projekte (deutsches-meeresmuseum.de)