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Forschungsstiftung Ostsee verleiht in Stralsund Preis an Jungwissenschaftler

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Am Mittwochabend hat die Forschungsstiftung Ostsee im FORUM MEERESMUSEUM in Stralsund zwei junge Wissenschaftler geehrt. Beide Forscher konnten mit ihren Arbeiten Wissenslücken füllen, mit modernen wissenschaftlichen Methoden überzeugen und den Weg für weitere Untersuchungen ebnen.

Dr. Patrick Unger von der Universität Rostock, tätig an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät (AUF), wurde für seine Doktorarbeit „Parasitengemeinschaften und deren Interaktionen mit wirtschaftlich bedeutenden Fischarten in der westlichen Ostsee“ gewürdigt. Er hat die Parasitengemeinschaften von Meerforelle, Regenbogenforelle, Hornhecht und Hering untersucht. Die Arbeit liefert einen wesentlichen Beitrag für das Verständnis der Fischparasitenfauna der westlichen Ostsee und untersucht zum ersten Mal die Interaktionen zwischen Wild- und Zuchtfischen im Brackwasserbereich der Mecklenburger Bucht. Zudem werden für die in dieser Arbeit untersuchten Fischarten die Parasitengemeinschaften auf Ebene der Infra- und Komponentengemeinschaft beschrieben und für die deutsche Ostseeküste auf Ebene der Verbundgemeinschaft aktualisiert.

Sebastian Böckmann vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) Bremerhaven wurde für seine Masterarbeit „Die genetische Beziehung von marinen Wasserflöhen (Cladocera) in der Nord- und Ostsee am Beispiel der Evadne nordmanni (Podonidae)” ausgezeichnet. Als Teil des Zooplanktons spielen diese Kleinkrebse eine wichtige Rolle in den Nahrungsnetzen der Ozeane. Die Abhandlung untersucht die genetischen und morphologischen Unterschiede von Populationen von E. nordmanni in der Nord- und Ostsee. Trotz Austausch zwischen diesen Populationen, gibt es sowohl hinsichtlich der Morphologie als auch der Genetik Anzeichen dafür, dass eine vom Salzgehalt des Gewässers abhängige Artbildung der baltischen Populationen möglich ist. Auch der qualitative Anspruch dieser Masterarbeit wurde besonders gewürdigt.

„Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Jahr gleich zwei hervorragende Preisträger aus den eingegangenen Bewerbungen auswählen konnten“, kommentierte Andreas Tanschus, Vorsitzender der seit 2012 bestehenden Forschungsstiftung Ostsee, die Preisverleihung. „Es zeigt uns, dass wir mit der Auslobung des Preises auf dem richtigen Weg sind. Wir hoffen, auch in den nächsten Jahren exzellente Nachwuchswissenschaftler fördern zu können.“

Der Preis der Forschungsstiftung Ostsee wird jährlich an bis zu zwei Nachwuchswissenschaftler(innen) für herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Erforschung von Fauna und Flora der Ostsee sowie ihrer angrenzenden Lebensräume vergeben. Es können Master- und Dissertationsschriften eingereicht werden, die Grundlagen- oder angewandte Forschung zum Inhalt haben und abgeschlossen sind. In diesem Jahr können noch bis 30.11.18 Arbeiten eingereicht werden. Weitere Informationen gibt es unter https://www.deutsches-meeresmuseum.de/forschungsstiftung-ostsee/stiftung/