Stiftungs-News

Finnwal im Hafen von Wismar

Am 3. März erreichte uns die Meldung, dass sich ein Wal im Hafen von Wismar aufhält. Vor Ort bestätigte sich die außergewöhnliche Sichtung: Es handelt sich um einen Finnwal.

Wie kommt ein Finnwal in die Ostsee?

Finnwale sind in der Ostsee nicht heimisch. Die Tiere zählen zu den größten Meeressäugern der Erde und wandern in der Regel aus arktischen Gewässern in wärmere Regionen, um sich dort fortzupflanzen.

Vermutlich folgte das Tier Heringsschwärmen in die westliche Ostsee. Da die Wismarer Bucht sehr flach ist, könnte der etwa 8 bis 12 Meter lange Finnwal der Fahrrinne gefolgt sein und sich so in den Hafen verirrt haben.

Wie konnte dem Wal geholfen werden?

Die Feuerwehr der Hansestadt Wismar sowie die Wasserschutzpolizei befreiten den Wal aus rund 50 Metern Netz. Auch die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd unterstützte den Einsatz vor Ort und versuchte, verbleibende Leinen zu entfernen.

Leider konnte das Tier nicht komplett befreit werden, denn das unruhige Verhalten des Finnwals deutete darauf hin, dass er sehr gestresst war. Insbesondere die über Wasser wahrnehmbare Vokalisation, die an ein tiefes „Grunzen“ erinnert, kann als ein Signal für Anspannung interpretiert werden.

Daher wurde bewusst darauf verzichtet, weitere Befreiungsversuche durchzuführen.

Schließlich gelang es dem Finnwal, den Weg aus dem Hafen zu finden. Wir hoffen sehr, dass er die Ostsee wohlbehalten wieder verlassen kann.

Hinweis für die kommenden Tage

Sollte der Wal erneut gesichtet werden, gilt:
Bitte halten Sie unbedingt Abstand und vermeiden Sie jede Störung des Tieres.

Sichtungen melden

Wenn Sie Meeressäugetiere in der Ostsee beobachten, freuen wir uns über Ihre Meldung an: sichtungen{at}meeresmuseum.de

Ihre Hinweise helfen uns, die Wege und das Verhalten der Tiere zu dokumentieren.