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Deutsches Meeresmuseum veröffentlicht weitere Sektionsergebnisse

Nach der Sektion des Buckelwals, der am 13. August im Greifswalder Bodden tot aufgefunden wurde, veröffentlichte das Deutsche Meeresmuseum weitere Ergebnisse. Demnach starb der Wal mit großer Wahrscheinlichkeit an einer bakteriellen Infektion.

(Stralsund, 18.08.2026)

Die am Abend des 15. August fertiggestellte Sektion des männlichen, geschätzt drei bis vier Jahre alten Buckelwals wies vier mit Eiterflüssigkeit gefüllte Abszesse nach. „Um welche Bakterien es sich konkret handelte und ob sich der Verdacht einer Sepsis bestätigt, werden die bakteriologischen und virologischen Untersuchungen im Labor zeigen“, sagt Direktor Prof. Dr. Burkard Baschek. „Der Wal muss unter enormen Schmerzen, insbesondere in Bewegung, gelitten haben, da sich ein Großteil der Abszesse direkt an der Wirbelsäule befand“, ergänzt Wissenschaftlerin Lisa Klemens. Einer der Abszesse hatte eine Breite von 42 Zentimetern und eine Länge von 110 Zentimetern, was etwa zehn Prozent der gesamten Körperlänge von zehn Metern entspricht. In Folge eines weiteren Abszesses war die Struktur von zwei Wirbelfortsätzen porös verändert.

Bei der von der Schnauze bis zur Finne verlaufenden Hautveränderung, bei der große Partien der Oberflächenhaut fehlten, handelte es sich höchstwahrscheinlich um eine Sekundärerkrankung aufgrund des sehr geschwächten Immunsystems. Die spezifischen Merkmale der Haut weisen darauf hin, dass es sich bei dem Buckelwal um das Tier handelte, das seit einiger Zeit wiederholt an den Küsten der Ostseeregion gesichtet wurde.

Der Wal wies zwei vergrößerte Lymphknoten im Darm auf. Die Analyse weiterer Lymphknoten war aufgrund des fortgeschrittenen Verwesungszustandes nicht mehr möglich. Das Tier war weitestgehend frei von Parasiten, lediglich an der Blubberschicht des linken Schulterblattes wies das Sektionsteam geringgradig Parasiten nach. Magen und Dünndarm waren leer. Im Dickdarm befand sich wenig bräunlicher Inhalt. Das Gehirn, die Lunge und die Nieren konnten aufgrund des fortgeschrittenen Zersetzungsprozesses nicht mehr histologisch beprobt werden.

Nachdem eine Wissenschaftlerin des Deutschen Meeresmuseums am 13. August den Tod festgestellt hatte, wurde der Kadaver des Buckelwals vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee über den Seeweg zur Insel Dänholm gebracht, wo sich die Sektionsräume des Deutschen Meeresmuseums befinden. Die Obduktion fand unter freiem Himmel bei sehr hohen Temperaturen und direkter Sonneneinstrahlung nach international gültigem Protokoll mit einem Team von 13 Personen statt.

Zunächst wurde der Wal auf äußere Verletzungen hin untersucht und der Zustand der Haut geprüft. Er wurde vermessen und dann geöffnet. Kontinuierlich wurden mehrere Proben genommen, von der Haut und der darunter liegenden Fettschicht, dem sogenannten Blubber.

Bei der ersten äußeren Begutachtung kamen die Wissenschaftler*innen bereits am 14. August zu der Erkenntnis, dass es sich um ein zehn Meter langes und sieben Tonnen schweres Tier handelte. Der Ernährungszustand wurde als schlecht eingeschätzt. Äußerlich zeigten sich keine Schiffsschrauben- und Netzspuren, jedoch starke Hautveränderungen.

Alle Organe, die noch nicht verwest waren, wurden gewogen, vermessen und beprobt. Zudem untersuchten die Wissenschaftler*innen die Organe auf sichtbare Veränderungen hin, um festzustellen, ob der Wal etwa mit Parasiten wie Würmern befallen war oder Entzündungen feststellbar waren. Später im Labor werden die Gewebeproben detailliert auf Viren, Bakterien sowie Krankheiten hin analysiert.

Nach der Untersuchung erfolgte eine Sicherung der Proben und des Skeletts, um sie der Wissenschaft auch später zur Verfügung stellen zu können. Ziel ist es, das Skelett für Forschung, Lehre und öffentliche Bildungsarbeit zu nutzen. Die wissenschaftliche Aufarbeitung solcher seltenen Ereignisse leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis und Schutz von Meeressäugern.

Ein Großteil des Walkörpers, insbesondere die Fettschicht und Muskulatur, wurde fachgerecht durch ein spezialisiertes Entsorgungsunternehmen behandelt.

Detaillierte Informationen sind im PDF-Dokument zu finden.