Basispressetexte

Im Folgenden finden Sie detaillierte Texte über die vier Standorte des Deutschen Meeresmuseums. Diese geben Ihnen einen Überblick über die bisherige Entwicklung der Museen seit ihrer Eröffnung.

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(Stand: November 2019) Im Jahr 1951 bezog eine kleine Sammlung als städtisches Naturkundemuseum das ehemalige Katharinenkloster in Stralsund, das bis dahin als Gymnasium genutzt wurde. Das Haus entwickelte sich schnell zu dem international anerkannten Museum für Meereskunde und Fischerei der DDR. Mit der Wanderausstellung „Meer und Museum“ konnte das meistbesuchte Museum Ostdeutschlands 1981 auch im damaligen Westdeutschland und in Dänemark auf sich aufmerksam machen.

Nach der Wende wurde das Haus 1994 in eine Stiftung überführt und 1998 in Deutsches Meeresmuseum umbenannt. Damals wie heute ist das Zusammenspiel aus Ausstellung und Aquarien als lebendige Ergänzung der wesentliche Erfolgsfaktor des Museums. Das Deutsche Meeresmuseum zählt mit dem Eintrag in das sogenannte Blaubuch zu den kulturellen Leuchttürmen in den neuen Bundesländern. Weltweit widmen sich nur wenige Museen so speziell und umfassend der wissenschaftlichen Bearbeitung und musealen Darstellung des Lebensraumes Meer.

Aus dem Stammhaus MEERESMUSEUM in der Stralsunder Altstadt gingen in den 1990er-Jahren zwei weitere Standorte hervor: Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft am Darßer Ort informiert das NATUREUM seit 1991 über Landschaft und Tierwelt des Darß‘. 1999 öffnete auf der zwischen Stralsund und Rügen gelegenen Insel Dänholm das NAUTINEUM als Ausstellungszentrum für Fischerei, Meeresforschung, Hydrografie und Seewasserstraßen. Inzwischen dient es auch als Sammlungsstandort und ist mit einem Sektionsraum für wissenschaftliche Untersuchungen von Meerestieren ausgestattet.

Ein besonderer Meilenstein für den Standort MEERESMUSEUM war im Januar 2004 die Neueröffnung eines 350.000-Liter-Schildkrötenaquariums. Im Sommer 2008 kam ein weiterer Museumskomplex hinzu. Das moderne OZEANEUM auf der Stralsunder Hafeninsel zeigt fünf Dauerausstellungen, darunter die größte Ostsee-Ausstellung Europas. In zwei umfangreichen Aquarienrundgängen kann hier die Unterwasserwelt der nördlichen Meere erlebt werden, während das MEERESMUSEUM seitdem vorrangig die Vielfalt der tropischen Meere zeigt. 2009 erreichte das Deutsche Meeresmuseum mit insgesamt über 1,2 Millionen Gästen Platz drei der besucherstärksten Museen in Deutschland.

Ein Jahr später wurde dem OZEANEUM eine besondere Ehre zuteil, als es die Auszeichnung „Europas Museums des Jahres 2010“ in Empfang nehmen durfte.

Neben den Ausstellungen und Aquarien spielen die weiteren, zentralen Aufgaben eines Museums, das Sammeln, Bewahren und Forschen, eine ebenso wichtige Rolle. Die Kuratoren und wissenschaftlichen Mitarbeiter arbeiten kontinuierlich an aktuellen Forschungsprojekten, den Sammlungen und der Konservierung von Objekten. So erzählt die Skelettsammlung von heimischen Kleinwalen und Irrgästen in der Ostsee. Tausende konservierte Fische, Krebse, Vögel, und Muscheln sind wichtige Grundlage für die wissenschaftliche Bearbeitung.

Bis 1989 wurden wesentliche Teile der Sammlung durch Besatzungsmitglieder der Fischerei- und Handelsflotte der DDR zusammengetragen. Allein zwei Sammelreisen 1976 und 1979 an das Rote Meer ergänzten den Bestand um über 6.000 Sammelproben und ermöglichten die heute einzigartige Dokumentation eines tropischen Korallenriffpfeilers im MEERESMUSEUM. Zuletzt führten wissenschaftliche Expeditionen in das Mittelmeer, nach Taiwan, Sudan, auf die Malediven, in die Antarktis und zu den Tiefseekorallen vor die norwegische Küste.

Seit 1980 registriert das Deutsche Meeresmuseum Totfunde von Meeressäugetieren, insbesondere Kegelrobben und Schweinswalen, an der Deutschen Ostseeküste. Wissenschaftler werten die Funddaten aus und erfahren so mehr über die genaue Verbreitung der Meeressäuger. Neben Totfunden registriert das Deutsche Meeresmuseum von Wassersportlern gemeldete Meeressäugetier-Sichtungen in der Ostsee, mittlerweile auch per App. Federführend ist das Deutsche Meeresmuseum bei der Entwicklung und im Einsatz von akustischen Messgeräten zur Erfassung von Schweinswalen in der Ostsee. Mit diesen verschiedenen Methoden erarbeitet es grundlegende Daten für den Schutz dieser Meeressäugetiere in der Ostsee.

Des Weiteren forscht die Abteilung Wissenschaft sehr erfolgreich an den Verwandtschaftsbeziehungen von Fischen und veröffentlicht regelmäßig Publikationen über bislang nicht bestimmte Fischarten. Einen besonderen Stellenwert hat seit 2018 das deutsch-dänische Forschungsprojekt „Hearing in Penguins“ über das Hörvermögen von Pinguinen.

Langjährige Erfahrung und der Anspruch an fachlich einwandfreie Exponate sind die Grundlage für einzigartige Ausstellungsobjekte, wie die Wal-Skelette im Foyer des OZEANEUMs aus der hauseigenen Präparationswerkstatt.

Wissenschaftlich fundierte Öffentlichkeitsarbeit ist die zentrale Aufgabe des Deutschen Meeresmuseums und erfolgt über die Ausstellungen und Aquarien hinaus über Podiumsgespräche, Kooperationen und Veranstaltungen für Familien mit Kindern, Schulklassen und Erwachsene. Das Deutsche Meeresmuseum ist in zahlreichen Gremien aktiv und unter anderen Mitglied im Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM), in der Europäischen Walforschervereinigung (ECS), im Europäischen Verband der Aquarienkuratoren (EUAC), im Deutschen Museumsbund und im Internationalen Museumsrat (ICOM).

Seit 01.01.2019 betreibt die Stiftung Deutsches Meeresmuseum auch das OZEANEUM, welches bis dahin als gemeinnützige GmbH wirtschaftlich selbstständig war. Anders als die meisten Museen in Deutschland, finanziert sich das Deutsche Meeresmuseum nunmehr zu über 80 Prozent aus Eigenmitteln. Förderer sind die Hansestadt Stralsund, das Land Mecklenburg-Vorpommern und der Bund. Die Hansestadt Stralsund und der 1991 gegründete Förderverein Deutsches Meeresmuseum e. V. sind die beiden Stifter des Deutschen Meeresmuseums – von Norddeutschlands meistbesuchtem Museum.

(Stand: November 2019) Am 11. Juli 2008 eröffnete Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Stralsunds Hafeninsel mit dem OZEANEUM den zu diesem Zeitpunkt größten vom Bund geförderten Museumsneubau. Das Hafenpanorama der UNESCO-Welterbestadt erhielt mit dem spektakulären Bauwerk, entworfen von Behnisch Architekten, einen deutlichen, zeitgenössischen Akzent. Mit jährlich über einer halben Million Gäste entwickelte sich das OZEANEUM zu einem Besuchermagneten ersten Ranges. Im Mai 2010 wurde es als „Europas Museum des Jahres 2010“ ausgezeichnet. 

Das OZEANEUM besteht aus vier amorph geformten Gebäudeteilen, die an von Wasser umspülte Steine erinnern. Sie sind durch ein lichtdurchflutetes Foyer aus Glas miteinander verbunden. Schon beim Betreten des Museums fallen den Besuchern drei originale Walskelette auf. Über eine freitragende Rolltreppe, die mit 34 Metern so lang wie ein Blauwal ist, gelangt man in die Ausstellungen.

50, zum Teil riesige Meerwasseraquarien beschreiben eine europaweit einzigartige Reise durch die Unterwasserwelt der nördlichen Meere: Die Entdeckungstour im Ostseeaquarium beginnt mit dem Stralsunder Hafenbecken. Durch die Boddengewässer und Seegraswiesen vorbei an der Kreideküste und durch die Schärensee Skandinaviens erlebt der Besucher die vielfältige Flora und Fauna des Meeres.

Die Schaubecken im Gebäude Nordseeaquarium zeigen die Lebensräume der Nordsee und des Nordatlantiks. Helgoland, der einzigen Felseninsel Deutschlands, ist ein außergewöhnliches Tunnelaquarium gewidmet. Das größte Aquarium im OZEANEUM fasst 2,6 Millionen Liter Wasser und wurde Anfang 2018 aufwendig renoviert. Über dem detailgetreuen Nachbau eines elf Meter langen Schiffswracks schwimmen Makrelenschwärme, ein gut drei Meter langer Sandtigerhai, zwei Ammenhaie und verschiedene Rochenarten. Die beiden über 20 Tonnen schweren und mehr als 30 Zentimeter starken Acrylscheiben dieses Aquariums bieten auf zwei Ebenen zusammen über 80 Quadratmeter Sichtfläche. In den Aquarienkreisläufen vor und hinter den Kulissen bewegen sich über vier Millionen Liter Meerwasser, das im OZEANEUM aus Leitungswasser hergestellt wird.

Im Konzept der Ausstellungsmacher sind die Aquarien die lebendige Ergänzung zu den fünf Ausstellungen, die zahlreiche seltene Originale und von der hauseigenen Präparation gefertigte Tiere und Pflanzen zeigen. Das OZEANEUM präsentiert die größte Ostseeausstellung in ganz Europa mit einer 200-fach vergrößerten „Planktonwolke“, einem Ostsee-Relief zum Anfassen und aufwendig gestalteten, typischen Lebensräumen in großen, dreieckigen Vitrinen. Die gemeinsam mit dem Konsortium Deutsche Meeresforschung, dem WWF und anderen Partnern entwickelte Ausstellung Erforschung und Nutzung der Meere zeigt seit Juli 2011 eine fiktive Tauchfahrt bis in die Tiefsee sowie Originalexponate und Schwerpunkte der deutschen Meeresforschung. Des Weiteren widmet sie sich der Überfischung der Meere und präsentiert Methoden nachhaltiger Fischerei.

Eine der Hauptattraktionen sind die Humboldt-Pinguine auf der Dachterrasse des Museums. Durch große Scheiben können die gefiederten Schwimmer auch unter Wasser beobachtet werden. Täglich um 12 Uhr erleben Besucher die kommentierte Pinguin-Fütterung und können gleichzeitig den einmaligen Ausblick aus gut 14 Metern Höhe auf die Stralsunder Altstadt genießen. Dr. Angela Merkel, Bestseller-Autor Frank Schätzing und andere Personen haben Patenschaften für diese vom Aussterben bedrohten Tiere übernommen.

Der Rundgang endet in der eindrucksvollen Ausstellung 1:1 Riesen der Meere, die in Kooperation mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace entstand: Über die gesamte Raumhöhe schweben Nachbildungen von Walen in Originalgröße. Das größte Exponat ist ein Blauwal mit einer Länge von 26 Metern. Außerdem sind ein abtauchender Pottwal im Kampf mit einem Riesenkalmar, ein Schwertwal und ein Buckelwal mit Jungtier zu sehen. Dramaturgisches Highlight ist eine Multimedia-Inszenierung mit den Gesängen des Buckelwals und den Klicks der Pottwale, anhand derer sie ihre Beute in bis zu 3.000 Meter Tiefe aufspüren.

Das OZEANEUM ist ein gruppenfreundliches Haus und bietet umfangreiche Bildungsangebote für Schulklassen und Kindertagesstätten an. In den Sommermonaten ist pädagogisch geschultes Personal außerhalb des Museums mit der „Werde Stranddetektiv! - Tour“ unterwegs. Direkt am Ostseestrand entdecken Kinder und Jugendliche auf spielerische Art und Weise die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Das OZEANEUM widmet sich seit Juli 2019 mit dem Sonderthema KEIN LÄRM MEER der Lärmverschmutzung in den Ozeanen. Anhand neuer Ausstellungsstationen, des Forschungsprojektes „Hearing in Penguins“ und passender Veranstaltungen sollen Gäste des Museums auf die Problematik aufmerksam gemacht werden.

(Stand: November 2019) Das MEERESMUSEUM in Stralsunds Altstadt hat seit 1951 sein Domizil im ehemaligen Dominikanerkloster St. Katharinen. Es ist somit der älteste Standort der Stiftung Deutsches Meeresmuseum. Bevor es jedoch zur musealen Nutzung kam, diente die Katharinenhalle als Waffenlager und Schule. Im Jahre 1951 zog das von Prof. Dr. Otto Dibbelt gegründete Naturkundemuseum ein. Von 1972 bis 1974 erfolgte eine umfassende Sanierung der Katharinenhalle, während dessen auch das außergewöhnliche Stabwerk eingebaut wurde. Dadurch entstanden drei Ebenen, die es ermöglichten, umfangreiche Ausstellungen im Museum zu installieren. 

Im Erdgeschoss befinden sich neben vier tropischen Aquarien Exponate zur Meeresbiologie und Meereskunde. In einer neun Meter hohen Vitrine, der wohl größten Ausstellungsvitrine in einem deutschen Museum, wird ein tropisches Korallenriff in „3-D“ präsentiert. Am aufwendig und originalgetreu restaurierten Riffpfeiler lässt sich das komplexe Ökosystem Korallenriff mit all seinen Lebewesen und Besonderheiten entdecken. Im 20-Minuten-Takt macht eine Ton-Licht-Installation einen Tag im Korallenriff im Zeitraffer erlebbar.

Unter der Gewölbedecke des ehemaligen Kirchenchors der Katharinenhalle beeindruckt das Skelett eines Finnwals: 15 Meter lang und etwa 1.000 Kilogramm schwer. Das Knochengerüst hängt an Stahlseilen, die im gotischen Deckengewölbe verschwinden. Im ersten Obergeschoss ist entlang der gotischen Säulen erkennbar, dass das Stabwerk nahezu frei im Raum steht – abgesehen von wenigen notwendigen Befestigungen an den Wänden. Harmonisch fügt sich auch ein originales Strandboot in die Fischereiausstellung ein. Schaut man am aufgetakelten Segel empor, schweift der Blick über das gotische Gewölbe.

In der zweiten Etage – der Abteilung „Mensch und Meer“ – befinden sich Exponate und Präparate aus der museumseigenen Präparationswerkstatt wie das Modell der legendären Lederschildkröte, die sich einst in die Nähe von Stralsund verirrte. Auf dem weiteren Rundgang gelangt man in den Tiefseesaal. Dort geht es auf „Expedition Tiefsee“ mit Leuchtfisch-Modellen, originalen Tiefseefisch-Präparaten und der dreifach vergrößerten Nachbildung eines Höllen-Vampirs – bislang einzigartig in Deutschland. Danach folgt die Ausstellung „Nutzung der Meere – von der Tiefsee bis in die polaren Regionen“ mit selten gezeigten Originalexponaten und Modellen, darunter ein Schwarzer Raucher und ein Belugawal mit Kalb.

Im Kelleraquarium leben Meerestiere des Mittelmeers und der Tropen wie Muränen, Langusten, bunte Korallenfische, und die als „Nemos“ bekannten Anemonenfische. Eine besondere Faszination übt das 50.000-Liter-Becken mit Leopardenhaien, Falter- und Drückerfischen aus.

Der Höhepunkt des Rundgangs ist ein 350.000-Liter-Aquarium, in dem drei verschiedene Arten Meeresschildkröten leben. Dieses größte Becken im MEERESMUSEUM mit einem 25 m² großen Schaufenster ermöglicht insbesondere während der Schildkrötenfütterungen und beim wöchentlichen Tauchgang gezielte Beobachtungen zum Verhalten und zur Lebensweise der gepanzerten Reptilien.

Seit dem letzten Umbau sind 45 Jahre vergangen. Daher wird das MEERESMUSEUM voraussichtlich ab Frühjahr 2021 für eine zweijährige Modernisierung schließen. Geplant sind neue, raumhohe Vitrinen in den Ausstellungen, ein Großaquarium sowie ein neugestaltetes Eingangsfoyer. Die Aquarien im historischen Gewölbekeller des Klosterkomplexes werden komplett überarbeitet, sodass Besucher sich dort zukünftig auf eine Reise durch die warmen Meere begeben können.

Im Herbst 2017 gewann das Stuttgarter Büro „Reichel Schlaier Architekten“ den europaweit ausgelobten Architektenwettbewerb zur Modernisierung des MEERESMUSEUMs. Sein Entwurf überzeugte durch den sensiblen Umgang mit der historischen Bausubstanz und mit selbstbewusster neuer Architektur – ein Spagat zwischen Denkmalpflege im Welterbe und den Anforderungen an ein modernes Museum mit seiner über Jahrzehnte gewachsenen Identität. Nachhaltiges Bauen steht auch bei der energetischen Sanierung der Tropenaquarien im Vordergrund. Für Besucher wird es viele Verbesserungen geben, die den Museumsaufenthalt noch angenehmer machen. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Barrierefreiheit. Derzeit werden die Details für die Ausstellung mit Gestaltern des Münchner Büros „Die Werft“ geplant.

(Stand: November 2019) Seit 1991 betreibt das Deutsche Meeresmuseum direkt am Leuchtturm Darßer Ort ein Naturkundemuseum. Das NATUREUM befindet sich in der Kernzone des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft unweit vom Darßer Weststrand. Damit liegt das NATUREUM aufgrund der ursprünglichen Natur in einer der schönsten Küstenregionen Deutschlands. Vor der politischen Wende 1989 war das Areal um den Leuchtturm militärisches Sperrgebiet und somit nicht zugänglich.

Bereits die etwa fünf Kilometer lange autofreie Strecke durch den Darßwald ist ein beeindruckendes Erlebnis. Per Fahrrad, Pferdekutsche oder zu Fuß erlebt man „Natur pur“ auf den Wanderwegen bis zum NATUREUM.

Seit 1995 ist der 1848 erbaute Leuchtturm wieder begehbar. Nach 126 Treppenstufen bis zur Aussichtsplattform in 30 Metern Höhe wird man bei günstigen Wetterverhältnissen mit einem fantastischen Rundblick über die Ostsee und die Darßer Landschaft belohnt. An manchen Tagen sind am Horizont sogar die dänischen Inseln Falster und Mön zu sehen.

2009 erfolgte eine Sanierung der denkmalgeschützten Fassade des 35 Meter hohen „Backsteinriesens“, dessen Leuchtfeuer noch in Betrieb ist. Am 8. Juni 2018 wurde im NATUREUM die neue 45-Cent-Briefmarke „Darßer Ort“ vorgestellt, die zur Briefmarkenserie Leuchttürme gehört.

Auf dem Museumskomplex beherbergt ein ehemals als Stall genutztes Gebäude heute drei Aquarien mit etwa 20.000 Litern Salzwasser, in denen Meerestiere aus der Ostsee leben. Im ehemaligen Leuchtturmwärterhaus befinden sich auf drei Etagen Ausstellungen zum Naturraum Darßer Ort, zur Ostseeküste und der damit verbundenen Küstendynamik. Das nachgestellte Szenario „Darßwald bei Nacht“ zeigt den Besuchern die dämmerungsaktiven Waldbewohner auf einen Blick.

Neu eröffnet wurde im Juni 2016 anlässlich 25 Jahre NATUREUM das Bernsteinkabinett mit Wissenswertem rund um den beliebten Strandfund. Nach dem Rundgang bietet sich ein Besuch im Museumscafé am Leuchtturm an. Es ist dem NATUREUM angeschlossen und den Museumsgästen vorbehalten. Auf dem Innenhof des Museumsareals gibt es zudem ein Spielboot für Kinder.

Im Außenbereich des NATUREUMs findet man ein Feuchtbiotop, einen Strand- und Dünengarten sowie auf dem Weg zum nahe gelegenen Darßer Weststrand einen Relieftisch, der das Thema Küstendynamik verdeutlicht.

(Stand: November 2019) Das NAUTINEUM, das 1999 eröffnet wurde, ist ein museales Kleinod auf der Insel Dänholm vor den Toren Stralsunds. Dieser Standort der Stiftung Deutsches Meeresmuseum beherbergt originale Großexponate der Fischerei und Meeresforschung. Das Sammlungsgelände befindet sich auf dem alten Tonnenhof des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund. Es wurde 1998 bis 2001 mit Fördermitteln der Europäischen Union und des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative „PESCA" aufgebaut. Das NAUTINEUM liegt nur wenige hundert Meter von der Bundesstraße 96 entfernt, direkt an der Zufahrt zur Insel Rügen. Das Areal ist circa 23.000 m² groß.

Der originalgetreue Fischerschuppen auf dem Gelände diente den vorpommerschen Küstenfischern um 1980 als Werkstatt, Büro, Lager und Aufenthaltsraum. Der Kleinkutter FRE 71 STÖR hatte früher in Freest bei Wolgast – nahe der Insel Usedom – seinen Heimathafen. Der Bereich zur deutschen Meeresforschungstechnik bewahrt Geräte zur Bestimmung von Bodenproben, Salzgehalt, Temperatur und Wassertiefe. Weitere Sammlungsstücke zeigen die Anfänge der Hochseefischerei in Deutschland und vermitteln die Geschichte des ehemaligen deutschen Walfangs. Untergebracht sind zudem Großobjekte der Meeres- und Fischereiforschung sowie verschiedene Typen von Seezeichen. Bemerkenswert sind der 14-Meter-Fischkutter SPA 2 MARGARETE, die erste deutsche Unterwasserstation BAH I, der Kleinkutter HER 8 SEESCHWALBE und funktionsfähige Bootsmotoren.

Ein besonderes Originalobjekt der deutschen Meeresforschung ist das begehbare Unterwasserlabor HELGOLAND. Unmittelbar daneben fällt die ungewöhnliche Architektur der 14 Meter hohen Bootshalle auf, in der sich das Zeesboot STR9 und Strandboote der vorpommerschen Küstenfischer befinden. Eine Modellbootsammlung mit 35 originalgetreuen und handgefertigten Nachbildungen aus Eichenholz im Maßstab 1:15 fand in der Bootshalle ebenfalls ihr Domizil.

Insgesamt befinden sich im Besitz des Deutschen Meeresmuseums über 50 Fischereifahrzeuge und damit die größte Sammlung volkstümlicher Arbeitsboote in Mecklenburg-Vorpommern, vielleicht sogar in ganz Deutschland. Das NAUTINEUM ist von Mai bis Oktober für Gäste kostenlos geöffnet.