Basispressetexte

Im Folgenden finden Sie detaillierte Texte über die vier Standorte des Deutschen Meeresmuseums. Diese geben Ihnen einen Überblick über die bisherige Entwicklung der Museen seit ihrer Eröffnung.

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Jahresthema 2016 „Kraken & Konsorten“ im Deutschen Meeresmuseum

(Stand April 2016)

In den beiden Stralsunder Standorten MEERESMUSEUM und OZEANEUM widmen sich neue Ausstellungsstationen und umgestaltete Aquarien den Kopffüßern. Besucher können so die Welt von hochspezialisierten Kraken, Kalmaren und Sepien genauer kennenlernen.

„Einige Kraken können verschlossene Gefäße öffnen oder durch winzige Löcher schlüpfen. Ihre außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit und Intelligenz beeindruckt seit Jahrzehnten die Forschung und Wissenschaft“, sagt Museumsdirektor Dr. Harald Benke. „In diesem Jahr können unsere Gäste entdecken, was Kopffüßer mit Papageien gemeinsam haben und warum der Begriff „Tintenfisch“ eigentlich falsch ist.“

Kopffüßer beherrschten vor Hunderten Millionen Jahren die Ozeane. Im Kalkstein bis heute fossil konserviert, zieren Spuren dieser Tiere die Innenarchitektur von Gebäuden im Ostseeraum. Anhand von Fossilien, Flüssigkeitspräparaten und neuen, originalgetreuen Modellen von Urtintenfischen lädt das MEERESMUSEUM in der Stralsunder Altstadt ein, den faszinierenden Stammbaum dieser Weichtiere zu erkunden. Im Erdgeschoss können Besucher auf Tuchfühlung mit einem wahren Koloss gehen – einem der größten, jemals gefundenen fossilen Riesenammoniten. Dieses Originalexponat mit einem Durchmesser von gut 1,40 Meter ist eine Leihgabe des Westfälischen Museums für Naturkunde in Münster. Im Aquarium des MEERESMUSEUMs sind u. a. Perlboote, auch Nautilus genannt, die lebendige Ergänzung zur Ausstellung. Anders als seine Verwandten, die Kraken oder Sepien, ist der Nautilus der einzige heute noch lebende Kopffüßer mit einem festen Außengehäuse, das er nie verlässt.

Erstmals ist in Stralsund ein lebender Pazifischer Riesenkrake zu sehen. Für das derzeit zehn Kilogramm schwere Weichtier haben die Tierpfleger im OZEANEUM ein 8 000-Liter-Becken naturnah mit einer Felsenhöhle ausgestattet. Riesenkraken verdoppeln ihr Gewicht innerhalb weniger Monate. Im Aquarium kann das Tier durchaus 30 Kilogramm auf die Waage bringen. Dagegen ist der Gewöhnliche Krake mit durchschnittlich drei Kilogramm ein Leichtgewicht und hat sich schon seit längerem im Aquarium des OZEANEUMs eingelebt. Mit etwas Glück präsentiert er sich Besuchern ausgiebig vor der Scheibe.

In der Ausstellung 1:1 Riesen der Meere gibt es eine neue, umfangreiche Station zum Jahresthema. Zu sehen sind drei originalgetreue, jeweils 2,50 Meter lange Modelle von Humboldt-Kalmaren, Flüssigpräparate sowie Bild- und Textmaterial über die Farb- und Formenvielfalt von Kopffüßern.

Zudem präsentiert das OZEANEUM seit 2008 als eines von weltweit nur wenigen Museen das Flüssigpräparat eines echten Riesenkalmars.

Greenpeace und das OZEANEUM zeigen die Nachbildung eines 17 Meter langen Pottwals auf Beutezug nach einem Riesenkalmar. Noch nie haben Menschen dieses Naturschauspiel beobachtet. Wie es aussehen könnte, vermittelt die nachgestellte Szene zwischen Meeressäuger und Kopffüßer.

Text: Deutsches Meeresmuseum

(Stand November 2015)

Am 11. Juli 2008 eröffnete Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Stralsunds Hafeninsel mit dem OZEANEUM den zu diesem Zeitpunkt größten vom Bund geförderten Museumsneubau. Das Hafenpanorama der UNESCO-Welterbestadt erhielt mit dem spektakulären Bauwerk, entworfen von Behnisch Architekten, einen deutlichen, zeitgenössischen Akzent.
Mit jährlich über einer halben Million Gäste entwickelte sich das OZEANEUM zu einem Besuchermagneten ersten Ranges. Das Museum wird als gemeinnützige GmbH betrieben und erhält keine Fördermittel. Im Mai 2010 wurde das OZEANEUM als „Europas Museum des Jahres 2010“ ausgezeichnet.

Das OZEANEUM besteht aus vier amorph geformten Gebäudeteilen, die an von Wasser umspülte Steine erinnern. Sie sind durch ein lichtdurchflutetes Foyer aus Glas miteinander verbunden. Schon beim Betreten des Museums fallen den Besuchern drei originale Walskelette auf. Über eine freitragende Rolltreppe, die mit 34 Metern so lang wie ein Blauwal ist, gelangt man in die Ausstellung.

50, zum Teil riesige Meerwasseraquarien beschreiben im OZEANEUM eine europaweit einzigartige Reise durch die Unterwasserwelt der nördlichen Meere: Die Entdeckungstour im Ostseeaquarium beginnt mit dem Stralsunder Hafenbecken. Durch die Boddengewässer und Seegraswiesen vorbei an der Kreideküste und durch die Schärensee Skandinaviens erlebt der Besucher die vielfältige Flora und Fauna des Meeres vor unserer Haustür. Die größten Fische des Ostseerundganges sind die Störe, die im Lebensraum Flussmündung gezeigt werden. Im Frühjahr 2013 gelang es Aquarienmitarbeitern erstmals Ohrenquallen selber zu züchten. Seitdem können diese faszinierenden Schönheiten unabhängig von den Jahreszeiten im Ostseerundgang bestaunt werden. Inzwischen werden auch Kompass- und Feuerquallen erfolgreich gezüchtet.

Die Schaubecken im Gebäude Nordseeaquarium zeigen die Lebensräume der Nordsee und des Nordatlantiks. Helgoland, der einzigen Felseninsel Deutschlands, ist ein aufwändig gestaltetes Tunnelaquarium gewidmet. Das größte Aquarium im OZEANEUM fasst 2,6 Millionen Liter Wasser und zeigt Makrelenschwärme, einen gut drei Meter langen Sandtigerhai, zwei Ammenhaie und verschiedene Rochenarten im „offenen Atlantik“. Die beiden über 20 Tonnen schweren und mehr als 30 Zentimeter starken Acrylscheiben bieten auf zwei Ebenen zusammen über 80 Quadratmeter Sichtfläche. Seit dem Jahr 2015 werden im OZEANEUM Kaltwasserkorallen in eigens dafür gebauten Aquarien gezeigt. Vor und hinter den Kulissen bewegen sich über vier Millionen Liter Wasser in den Aquarienkreisläufen. Für die erstmalige Befüllung wurden 150 Tonnen Salz benötigt.

Im Konzept der Ausstellungsmacher sind die Aquarien die lebendige Ergänzung zu den fünf Ausstellungen, die zahlreiche seltene Originale und von der hauseigenen Präparation gefertigte Tiere und Pflanzen zeigen. Das OZEANEUM präsentiert die größte Ostseeausstellung in ganz Europa mit Planktoninstallation, einem Ostsee-Relief zum Anfassen und aufwendig gestalteten, typischen Lebensräumen in großen, dreieckigen Vitrinen. Weitere Ausstellungen zeigen das Weltmeer mit der Vielfalt des Lebens in den Ozeanen sowie das Meer für Kinder. Die gemeinsam mit dem Konsortium Deutsche Meeresforschung, dem WWF und anderen Partnern entwickelte Dauerausstellung Erforschung und Nutzung der Meere öffnete im Juli 2011. Sie zeigt beispielsweise eine fiktive Tauchfahrt bis in die Tiefsee sowie Originalexponate und Schwerpunkte der deutschen Meeresforschung. Des Weiteren widmet sie sich Themen wie der Überfischung der Meere und präsentiert Methoden nachhaltiger Fischerei.

Wahrlich atemberaubend ist die gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace umgesetzte Ausstellung 1:1 Riesen der Meere: Über die gesamte Raumhöhe schweben Nachbildungen von Walen in Originalgröße. Das größte Exponat ist ein originalgetreuer Blauwal mit einer Länge von 26 Metern. Außerdem sind ein abtauchender Pottwal im Kampf mit einem Riesenkalmar, ein Schwertwal sowie ein Buckelwal mit Jungtier zu sehen. Dramaturgisches Highlight ist eine Multimedia-Inszenierung mit den Gesängen des Buckelwals oder den Klicks der Pottwale, anhand derer sie ihre Beute in bis zu 3.000 Meter Tiefe aufspüren. Des Weiteren zeigt die Ausstellung lebensechte Modelle eines Mantarochens und eines Mondfisches.

Eine der Hauptattraktionen sind die Humboldt-Pinguine auf der Dachterrasse des Museums. Durch große Scheiben können die gefiederten Schwimmer auch unter Wasser beobachtet werden. Täglich um 11:30 Uhr können Besucher die kommentierte Pinguin-Fütterung erleben und gleichzeitig den einmaligen Ausblick aus gut 14 Metern Höhe auf die Stralsunder Altstadt genießen. Im Juni 2011 und im April 2012 schlüpften die ersten beiden Pinguinküken. Dr. Angela Merkel, Bestseller-Autor Frank Schätzing und andere Personen haben Tierpatenschaften für diese vom Aussterben bedrohten Tiere übernommen.

Das OZEANEUM ist ein gruppenfreundliches Haus und bietet gemäß seines öffentlichen Auftrages umfangreiche Bildungsangebote für Schulklassen und Kindertagesstätten an. In den Sommermonaten ist pädagogisch geschultes Personal außerhalb des Museums unterwegs mit der „Werde Stranddetektiv! - Tour“. Direkt am Ostseestrand entdecken Kinder und Jugendliche auf spielerische Art und Weise die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Dabei wird auch auf die zunehmende Vermüllung der Meere mit Plastikmüll aufmerksam gemacht.

2015 wurde das Museum zum dritten Mal vom Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern als familienfreundlich und barrierefrei zertifiziert.

Text: OZEANEUM Stralsund

(Stand Juli 2014)

Im Jahr 1951 bezog eine kleine Sammlung als städtisches Naturkundemuseum das ehemalige Katharinenkloster in Stralsund, das bis dato als Gymnasium genutzt wurde. Das Haus entwickelte sich zu dem international anerkannten Museum für Meereskunde und Fischerei der DDR. Mit der Wanderausstellung „Meer und Museum“ im Jahre 1981 konnte das meistbesuchte Museum Ostdeutschlands auch im damaligen Westdeutschland sowie in Dänemark auf sich aufmerksam machen. Nach der Wende wurde das Haus 1994 in eine Stiftung überführt und 1998 umbenannt in Deutsches Meeresmuseum. Damals wie heute ist das Zusammenspiel aus wissenschaftlicher Ausstellung und Aquarien als lebende Ergänzung der wesentliche Erfolgsfaktor des Museums. Das Deutsche Meeresmuseum zählt mit dem Eintrag in das sogenannte Blaubuch zu den kulturellen Leuchttürmen in den neuen Bundesländern. Weltweit widmen sich nur wenige Museen so speziell und umfassend der wissenschaftlichen Bearbeitung und musealen Darstellung des Lebensraumes Meer.
Neben dem Stammhaus MEERESMUSEUM in der Stralsunder Altstadt entwickelte Deutschlands einziges Museum für Meereskunde und Fischerei in den 1990er Jahren zwei weitere Standorte. Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft am Darßer Ort informiert das NATUREUM seit 1991 über Landschaft und Tierwelt des Darß. 1999 öffnete auf der Insel Dänholm das NAUTINEUM als Ausstellungszentrum für Fischerei, Meeresforschung, Hydrografie und Seewasserstraßen. Seit Sommer 2008 zeigt das OZEANEUM auf der Stralsunder Hafeninsel fünf neue Dauerausstellungen, u. a. zur Ostsee, dem Weltmeer, den Riesen der Meere sowie die Unterwasserwelten der nördlichen Meere in zwei umfangreichen Aquarienrundgängen. Das Deutsche Meeresmuseum erreichte 2009 mit über 1,2 Millionen Gästen Platz drei der besucherstärksten Museen in Deutschland.
Anlässlich des 50. Geburtstags des Deutschen Meeresmuseums am 24. Juni 2001 wurden eine Gedenkmünze und eine Sonderbriefmarke aufgelegt, die der Öffentlichkeit am 13. Juni 2001 – dem so genannten Erstausgabetag – zum Jubiläum „750 Jahre Katharinenkloster – 50 Jahre Meeresmuseum“ – präsentiert wurden. In 2010 wurde dem OZEANEUM eine besondere Ehre zuteil, als es die Auszeichnung „Europas Museums des Jahres 2010“ in Empfang nehmen durfte.
Das Deutsche Meeresmuseum hat sich über die Jahre beständig weiter entwickelt, um durch regelmäßige Neuheiten für potentielle Erstbesucher, aber auch für Wiederholungsgäste gleichermaßen attraktiv zu bleiben. Ein besonderer Meilenstein war im Januar 2004 die Neueröffnung des 350 000 Liter fassenden Schildkrötenaquariums im MEERESMUSEUM. Im Jahr 2008 feierte der begehbare Leuchtturm am Darßer Ort im NATUREUM sein 160jähriges Bestehen – 2009 wurde das Mauerwerk seiner denkmalgeschützten Fassade generalüberholt.
Durch die bewusste thematische Trennung der Aquarien in MEERESMUSEUM und OZEANEUM zogen die Tiere des Nordseeaquariums ins OZEANEUM und machten Platz für eine neue Mittelmeerabteilung, die im Juli 2009 im MEERESMUSEUM fertig gestellt wurde. Im Juli 2010 – zwei Jahre nach der Eröffnung des OZEANEUMs im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel – wurde auf der Dachterrasse des Museumsneubaus die Pinguinanlage übergeben, deren Bewohner zu den Publikumslieblingen im OZEANEUM avanciert sind.
Neben den Ausstellungen und Aquarien an den einzelnen Standorten spielen die weiteren, zentralen Aufgaben eines Museums, das Sammeln, Bewahren und Forschen, eine ebenso wichtige Rolle. Die Kuratoren und wissenschaftlichen Mitarbeiter arbeiten kontinuierlich an aktuellen Forschungsprojekten, den Sammlungen und der Konservierung von Sammlungs- und Ausstellungsobjekten mit. So illustriert das Tauchboot GEO, mit dem erstmals Quastenflosser lebend beobachtet wurden, einen Meilenstein der Meeresforschung, die Skelettsammlung von Walen erzählt von heimischen Kleinwalen und Irrgästen in der Ostsee und tausende konservierte Fische, Krebse, Vögel, Muscheln u. a. sind wichtige Grundlage für die wissenschaftliche Bearbeitung. Aus überschaubaren Anfängen in den 1950er Jahren hat sich bis heute ein Bestand von über 46 000 Sammlungseinheiten vor und hinter den Kulissen entwickelt.
Bis 1989 wurden wesentliche Teile der Sammlung durch Besatzungsmitglieder der Fischerei- und Handelsflotte der DDR zusammengetragen. Allein zwei Sammelreisen 1976 und 1979 an das Rote Meer ergänzten den Bestand um über 6 000 Sammelproben und ermöglichten die heute einzigartige Dokumentation eines tropischen Korallenriffpfeilers. Zuletzt führten wissenschaftliche Expeditionen in das Mittelmeer zur Insel Elba oder zu den Tiefseekorallen vor die norwegische Küste.
Seit 1980 registriert das Deutsche Meeresmuseum Totfunde von Meeressäugetieren, insbesondere Kegelrobben und Schweinswalen, an der Deutschen Ostseeküste. Wissenschaftler werten die Funddaten aus und erfahren so mehr über die genaue Verbreitung der Meeressäuger. Neben Totfunden registriert das Deutsche Meeresmuseum von Wassersportlern gemeldete Sichtungen der Meeressäugetiere in der Ostsee. Federführend sind die Wissenschaftler bei der Entwicklung und im Einsatz von akustischen Messgeräten zur Erfassung von Schweinswalen in der Ostsee. Mit diesen verschiedenen Methoden erarbeitet das Deutsche Meeresmuseum grundlegende Daten für den Schutz dieser Meeressäugetiere in der Ostsee.
Mit der Präparation von Tieren, auch von großen Arten wie Eisbär oder Pottwal, hat das Deutsche Meeresmuseum sich längst einen Namen gemacht. Langjährige Erfahrung und der Anspruch an fachlich einwandfreie Exponate sind die Grundlage für einzigartige Ausstellungsobjekte, wie zum Beispiel die Wal-Skelette im Foyer des OZEANEUMs aus der hauseigenen Werkstatt.
Wissenschaftlich fundierte Öffentlichkeitsarbeit ist die zentrale Aufgabe des Deutschen Meeresmuseums und erfolgt über die Ausstellungen und Aquarien hinaus über Podiumsgespräche, Kooperationen und zahlreiche Veranstaltungen für Familien mit Kindern, Schulklassen und Erwachsene. Das Deutsche Meeresmuseum ist in zahlreichen Gremien aktiv und u. a. Mitglied im Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM), in der Europäischen Walforschervereinigung (ECS), im Europäischen Verband der Aquarienkuratoren (EUAC), im Deutschen Museumsbund und im Internationalen Museumsrat (ICOM).
Die Stiftung Deutsches Meeresmuseum wird zu rund 60% aus Eigenmitteln finanziert und darüber hinaus von der Hansestadt Stralsund, Mecklenburg-Vorpommern und der Bundesregierung gefördert. Sie ist alleinige Gesellschafterin der OZEANEUM Stralsund GmbH, die wirtschaftlich vom Stammhaus getrennt ist und sich zu 100% selbst trägt. Die Hansestadt Stralsund und der 1991 gegründete Förderverein Deutsches Meeresmuseum e.V. (damals noch Verein der Freunde und Förderer des Meeresmuseums e.V.) sind die beiden Stifter des Deutschen Meeresmuseums – Norddeutschlands meistbesuchtem Museum.

Text: Deutsches Meeresmuseum

Einmal Leuchtturm und zurück – durch den Darßer Urwald zum NATUREUM

(Stand: April 2016)

Seit 1991 betreibt das Deutsche Meeresmuseum direkt am Leuchtturm Darßer Ort ein Naturkundemuseum. Das NATUREUM befindet sich in der Kernzone des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft unweit vom Darßer Weststrand. Damit liegt das NATUREUM aufgrund der ursprünglichen Natur in einer der schönsten Küstenregionen Deutschlands. Vor der politischen Wende 1989 war das Areal um den Leuchtturm Darßer Ort militärisches Sperrgebiet und somit nicht zugänglich.

Bereits die etwa fünf Kilometer lange autofreie Strecke durch den Darßer „Urwald“ ist ein beeindruckendes Erlebnis. Per Fahrrad, Pferdekutsche oder zu Fuß erlebt man „Natur pur“ auf den Wanderwegen bis zum NATUREUM, wenn man Augen und Ohren offen hält.

Seit 1995 ist der 1848 erbaute Leuchtturm wieder begehbar. Nach 126 Treppen-stufen und bei günstigen Wetterverhältnissen wird man mit einem fantastischen Ausblick auf die Ostsee und die Darßer Landschaft belohnt. An manchen Tagen sind am Horizont sogar die dänischen Inseln Falster und Mön zu sehen. Der fast 170 Jahre alte und 35 Meter hohe „Backsteinriese“, dessen Leuchtfeuer noch in Betrieb ist, wurde 2009 einer äußerlichen Überholung unterzogen. Dabei wurde das Mauerwerk ausgebessert, so dass die denkmalgeschützte Fassade seitdem wieder in altem Glanz erstrahlt.

Ein ehemals als Stall genutztes Gebäude beherbergt heute drei Aquarien mit ca. 20 000 Liter Salzwasser, in denen Meerestiere aus der Ostsee leben. Im ehemaligen Leuchtturmwärterhaus befinden sich auf drei Etagen Ausstellungen zum Naturraum Darßer Ort, zur Ostseeküste und der damit verbundenen Küstendynamik. Besonders faszinierend ist das nachgestellte Szenario „Darßwald bei Nacht“ im Kellergeschoss des Gebäudes mit präparierten dämmerungsaktiven Waldbewohnern der Darßer Landschaft. Die liebevoll in Szene gesetzten Exponate und informativen Texte geben interessante Einblicke in die reizvolle Darßregion. Ergänzt wird die Dauerausstellung von einem Strand- und Dünengarten und einem Feuchtbiotop im Außenbereich.

Nach dem Rundgang bietet sich ein Besuch im Museumscafé am Leuchtturm an. Es ist dem NATUREUM angeschlossen und den Museumsgästen vorbehalten. Für den Rückweg sollte man unbedingt einen Abstecher zum Darßer Weststrand einplanen, wo sich vielleicht sogar ein Stück Bernstein findet – zur Erinnerung an ein einzigartiges Urlaubserlebnis.

Text: Deutsches Meeresmuseum

(Stand April 2016)

Das NAUTINEUM ist ein museales Kleinod auf der Insel Dänholm vor den Toren Stralsunds. Dieser Standort der Stiftung Deutsches Meeresmuseum beherbergt originale Großexponate der Fischerei und Meeresforschung. Das Sammlungsgelände befindet sich auf dem alten Tonnenhof des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund. Es wurde 1998 bis 2001 mit Fördermitteln der Europäischen Union und des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative „PESCA" aufgebaut. Das NAUTINEUM wurde im Juni 1999 eröffnet und liegt nur wenige hundert Meter entfernt von der Bundesstraße 96, direkt an der Zufahrt zur Insel Rügen. Das Areal ist ca. 23.000 m² groß.

Ein historischer Fischerschuppen diente den vorpommerschen Küstenfischern um 1980 als Werkstatt, Büro, Lager und Aufenthaltsraum. Der Kleinkutter FRE 71 STÖR, hatte früher in Freest bei Wolgast – nahe der Insel Usedom – seinen Heimathafen. Der Bereich zur deutschen Meeresforschungstechnik bewahrt unterschiedliche Geräte zur Bestimmung von Bodenproben, Salzgehalt, Temperatur und Wassertiefe. Weitere Sammlungsstücke vermitteln die Anfänge der deutschen Hochseefischerei und den deutschen Walfang. Untergebracht sind ebenfalls Großobjekte der Meeres- und Fischereiforschung sowie verschiedene Typen von Seezeichen. Ebenso bemerkenswert sind der 14-Meter-Fischkutter SPA 2 MARGARETE, die erste deutsche Unterwasserstation BAH I, der Kleinkutter HER 8 SEESCHWALBE und funktionsfähige Bootsmotoren.

Ein besonderes Originalobjekt der deutschen Meeresforschung ist das begehbare Unterwasserlabor HELGOLAND. Unmittelbar daneben fällt die ungewöhnliche Architektur der 14 Meter hohen Bootshalle auf, die u. a. das Zeesboot STR9 und Strandboote der vorpommerschen Küstenfischer vor Wind und Wetter schützt. Eine Modellbootsammlung mit 35 originalgetreuen und handgefertigten Nachbildungen aus Eichenholz im Maßstab 1:15 hat in der Bootshalle ebenfalls ihr Domizil gefunden. Insgesamt befinden sich im Besitz des Deutschen Meeresmuseums über 50 Fischereifahrzeuge und damit die größte Sammlung volkstümlicher Arbeitsboote in Mecklenburg-Vorpommern, vielleicht sogar in ganz Deutschland.

Seit 2016 dient das NAUTINEUM ausschließlich als Sammlungsstandort sowie als Sektionsort von Meeressäugern. Auf Anfrage kann es als Veranstaltungslocation gemietet oder im Rahmen einer angemeldeten Führung besucht werden.

Text: Deutsches Meeresmuseum Stralsund