Basispressetexte

Im Folgenden finden Sie detaillierte Texte über die vier Standorte des Deutschen Meeresmuseums. Diese geben Ihnen einen Überblick über die bisherige Entwicklung der Museen seit ihrer Eröffnung.

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(Stand April 2019) Im Jahr 1951 bezog eine kleine Sammlung als städtisches Naturkundemuseum das ehemalige Katharinenkloster in Stralsund, das bis dato als Gymnasium genutzt wurde. Das Haus entwickelte sich zu dem international anerkannten Museum für Meereskunde und Fischerei der DDR. Mit der Wanderausstellung „Meer und Museum“ im Jahre 1981 konnte das meistbesuchte Museum Ostdeutschlands auch im damaligen Westdeutschland sowie in Dänemark auf sich aufmerksam machen.

Nach der Wende wurde das Haus 1994 in eine Stiftung überführt und 1998 umbenannt in Deutsches Meeresmuseum. Damals wie heute ist das Zusammenspiel aus Ausstellung und Aquarien als lebendige Ergänzung der wesentliche Erfolgsfaktor des Museums. Das Deutsche Meeresmuseum zählt mit dem Eintrag in das sogenannte Blaubuch zu den kulturellen Leuchttürmen in den neuen Bundesländern. Weltweit widmen sich nur wenige Museen so speziell und umfassend der wissenschaftlichen Bearbeitung und musealen Darstellung des Lebensraumes Meer.

Neben dem Stammhaus MEERESMUSEUM in der Stralsunder Altstadt entwickelte Deutschlands einziges Museum mit dem Thema Meer in den 1990er Jahren zwei weitere Standorte. Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft am Darßer Ort informiert das NATUREUM seit 1991 über Landschaft und Tierwelt des Darß. 1999 öffnete auf der zwischen Stralsund und Rügen gelegenen Insel Dänholm das NAUTINEUM als Ausstellungszentrum für Fischerei, Meeresforschung, Hydrografie und Seewasserstraßen. Inzwischen dient es auch als Sammlungsstandort und ist ausgestattet mit einem Sektionsraum für wissenschaftliche Untersuchungen von Meerestieren. Ein besonderer Meilenstein für den Standort MEERESMUSEUM war im Januar 2004 die Neueröffnung des 350 000-Liter-Schildkrötenaquariums.

Im Sommer 2008 eröffnete ein weiterer Standort seine Türen. Das moderne OZEANEUM auf der Stralsunder Hafeninsel zeigt fünf Dauerausstellungen, u. a. zur Ostsee, dem Weltmeer und den Riesen der Meere. In zwei umfangreichen Aquarienrundgängen kann die Unterwasserwelt der nördlichen Meere erlebt werden.

Durch die bewusste thematische Trennung der Aquarien in MEERESMUSEUM (Tropen/Warmwasser) und OZEANEUM (Kaltwasser) zogen die Tiere des damaligen Nordseeaquariums ins OZEANEUM und machten Platz für eine neue Mittelmeerabteilung, die im Juli 2009 im MEERESMUSEUM fertig gestellt wurde. Im selben Jahr erreichte das Deutsche Meeresmuseum mit insgesamt über 1,2 Millionen Gästen Platz drei der besucherstärksten Museen in Deutschland.

In 2010 wurde dem OZEANEUM eine besondere Ehre zuteil, als es die Auszeichnung „Europas Museums des Jahres 2010“ in Empfang nehmen durfte.

Neben den Ausstellungen und Aquarien an den einzelnen Standorten spielen die weiteren, zentralen Aufgaben eines Museums, das Sammeln, Bewahren und Forschen, eine ebenso wichtige Rolle. Die Kuratoren und wissenschaftlichen Mitarbeiter arbeiten kontinuierlich an aktuellen Forschungsprojekten, den Sammlungen und der Konservierung von Objekten. So erzählt die Skelettsammlung von heimischen Kleinwalen und Irrgästen in der Ostsee und Tausende konservierte Fische, Krebse, Vögel, Muscheln u. a. sind wichtige Grundlage für die wissenschaftliche Bearbeitung.

Bis 1989 wurden wesentliche Teile der Sammlung durch Besatzungsmitglieder der Fischerei- und Handelsflotte der DDR zusammengetragen. Allein zwei Sammelreisen 1976 und 1979 an das Rote Meer ergänzten den Bestand um über 6 000 Sammelproben und ermöglichten die heute einzigartige Dokumentation eines tropischen Korallenriffpfeilers im MEERESMUSEUM. Zuletzt führten wissenschaftliche Expeditionen in das Mittelmeer nach Taiwan, Sudan, auf die Malediven, in die Antarktis und zu den Tiefseekorallen vor die norwegische Küste.

Seit 1980 registriert das Deutsche Meeresmuseum Totfunde von Meeressäugetieren, insbesondere Kegelrobben und Schweinswalen, an der Deutschen Ostseeküste. Wissenschaftler werten die Funddaten aus und erfahren so mehr über die genaue Verbreitung der Meeressäuger. Neben Totfunden registriert das Deutsche Meeresmuseum von Wassersportlern gemeldete Meeressäugetier-Sichtungen in der Ostsee – mittlerweile sehr erfolgreich per App. Federführend ist das Deutsche Meeresmuseum bei der Entwicklung und im Einsatz von akustischen Messgeräten zur Erfassung von Schweinswalen in der Ostsee. Mit diesen verschiedenen Methoden erarbeitet es grundlegende Daten für den Schutz dieser Meeressäugetiere in der Ostsee. Des Weiteren forscht die Abteilung Wissenschaft sehr erfolgreich an den Verwandtschaftsbeziehungen von Fischen und veröffentlicht regelmäßig Publikationen über bislang nicht bestimmte Fischarten. Einen besonderen Stellenwert hat seit 2018 das deutsch-dänische Forschungsprojekt „Hearing in Penguins“ über das Hörvermögen von Pinguinen.

Mit der Präparation von Tieren, auch von großen Arten wie Eisbär oder Pottwal, hat das Deutsche Meeresmuseum sich längst einen Namen gemacht. Langjährige Erfahrung und der Anspruch an fachlich einwandfreie Exponate sind die Grundlage für einzigartige Ausstellungsobjekte, wie zum Beispiel die Wal-Skelette im Foyer des OZEANEUMs aus der hauseigenen Präparationswerkstatt.

Wissenschaftlich fundierte Öffentlichkeitsarbeit ist die zentrale Aufgabe des Deutschen Meeresmuseums und erfolgt über die Ausstellungen und Aquarien hinaus über Podiumsgespräche, Kooperationen und zahlreiche Veranstaltungen für Familien mit Kindern, Schulklassen und Erwachsene. Das Deutsche Meeresmuseum ist in zahlreichen Gremien aktiv und u. a. Mitglied im Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM), in der Europäischen Walforschervereinigung (ECS), im Europäischen Verband der Aquarienkuratoren (EUAC), im Deutschen Museumsbund und im Internationalen Museumsrat (ICOM).

Seit 01.01.2019 betreibt die Stiftung Deutsches Meeresmuseum auch das OZEANEUM. Anders als die meisten Museen in Deutschland, finanziert sich das Deutsche Meeresmuseum zu über 80% aus Eigenmitteln. Förderer sind die Hansestadt Stralsund, das Land Mecklenburg-Vorpommern und der Bund. Die Hansestadt Stralsund und der 1991 gegründete Förderverein Deutsches Meeresmuseum e. V. sind die beiden Stifter des Deutschen Meeresmuseums – von Norddeutschlands meistbesuchtem Museum.

Text: Deutsches Meeresmuseum

(Stand: Januar 2019)
Am 11. Juli 2008 eröffnete Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Stralsunds Hafeninsel mit dem OZEANEUM den zu diesem Zeitpunkt größten vom Bund geförderten Museumsneubau. Das Hafenpanorama der UNESCO-Welterbestadt erhielt mit dem spektakulären Bauwerk, entworfen von Behnisch Architekten, einen deutlichen, zeitgenössischen Akzent.

Mit jährlich über einer halben Million Gäste entwickelte sich das OZEANEUM zu einem Besuchermagneten ersten Ranges. Im Mai 2010 wurde das OZEANEUM als „Europas Museum des Jahres 2010“ ausgezeichnet.

Das OZEANEUM besteht aus vier amorph geformten Gebäudeteilen, die an von Wasser umspülte Steine erinnern. Sie sind durch ein lichtdurchflutetes Foyer aus Glas miteinander verbunden. Schon beim Betreten des Museums fallen den Besuchern drei originale Walskelette auf. Über eine freitragende Rolltreppe, die mit 34 Metern so lang wie ein Blauwal ist, gelangt man in die Ausstellung.
50, zum Teil riesige Meerwasseraquarien beschreiben im OZEANEUM eine europaweit einzigartige Reise durch die Unterwasserwelt der nördlichen Meere: Die Entdeckungstour im Ostseeaquarium beginnt mit dem Stralsunder Hafenbecken. Durch die Boddengewässer und Seegraswiesen vorbei an der Kreideküste und durch die Schärensee Skandinaviens erlebt der Besucher die vielfältige Flora und Fauna des Meeres vor unserer Haustür. Die größten Fische des Ostseerundganges sind die Störe, die im Lebensraum Flussmündung gezeigt werden. Im Frühjahr 2013 gelang es Aquarienmitarbeitern erstmals Ohrenquallen selber zu züchten. Seitdem können diese faszinierenden Schönheiten unabhängig von den Jahreszeiten im Ostseerundgang bestaunt werden.

Die Schaubecken im Gebäude Nordseeaquarium zeigen die Lebensräume der Nordsee und des Nordatlantiks. Helgoland, der einzigen Felseninsel Deutschlands, ist ein aufwändig gestaltetes Tunnelaquarium gewidmet. Das größte Aquarium im OZEANEUM fasst 2,6 Millionen Liter Wasser und wurde Anfang 2018 aufwendig renoviert. Seitdem können die Besucher über den detailgetreuen Nachbau eines elf Meter langen Schiffswracks staunen, Ringsherum schwimmen Makrelenschwärme, ein gut drei Meter langer Sandtigerhai, zwei Ammenhaie und verschiedene Rochenarten. Die beiden über 20 Tonnen schweren und mehr als 30 Zentimeter starken Acrylscheiben dieses Aquariums bieten auf zwei Ebenen zusammen über 80 Quadratmeter Sichtfläche. Vor und hinter den Kulissen bewegen sich über vier Millionen Liter Wasser in den Aquarienkreisläufen.

Im Konzept der Ausstellungsmacher sind die Aquarien die lebendige Ergänzung zu den fünf Ausstellungen, die zahlreiche seltene Originale und von der hauseigenen Präparation gefertigte Tiere und Pflanzen zeigen. Das OZEANEUM präsentiert die größte Ostseeausstellung in ganz Europa mit Planktoninstallation, einem Ostsee-Relief zum Anfassen und aufwendig gestalteten, typischen Lebensräumen in großen, dreieckigen Vitrinen. Weitere Ausstellungen zeigen das Weltmeer mit der Vielfalt des Lebens in den Ozeanen sowie das Meer für Kinder. Die gemeinsam mit dem Konsortium Deutsche Meeresforschung, dem WWF und anderen Partnern entwickelte Dauerausstellung Erforschung und Nutzung der Meere öffnete im Juli 2011. Sie zeigt beispielsweise eine fiktive Tauchfahrt bis in die Tiefsee sowie Originalexponate und Schwerpunkte der deutschen Meeresforschung. Des Weiteren widmet sie sich Themen wie der Überfischung der Meere und präsentiert Methoden nachhaltiger Fischerei.

Wahrlich atemberaubend ist die gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace umgesetzte Ausstellung 1:1 Riesen der Meere: Über die gesamte Raumhöhe schweben Nachbildungen von Walen in Originalgröße. Das größte Exponat ist ein originalgetreuer Blauwal mit einer Länge von 26 Metern. Außerdem sind ein abtauchender Pottwal im Kampf mit einem Riesenkalmar, ein Schwertwal sowie ein Buckelwal mit Jungtier zu sehen. Dramaturgisches Highlight ist eine Multimedia-Inszenierung mit den Gesängen des Buckelwals oder den Klicks der
Pottwale, anhand derer sie ihre Beute in bis zu 3.000 Meter Tiefe aufspüren. Des Weiteren zeigt die Ausstellung lebensechte Modelle eines Mantarochens und eines Mondfisches.

Eine der Hauptattraktionen sind die Humboldt-Pinguine auf der Dachterrasse des Museums. Durch große Scheiben können die gefiederten Schwimmer auch unter Wasser beobachtet werden. Täglich um 12:00 Uhr erleben Besucher die kommentierte Pinguin-Fütterung und können gleichzeitig den einmaligen Ausblick aus gut 14 Metern Höhe auf die Stralsunder Altstadt genießen. Dr. Angela Merkel, Bestseller-Autor Frank Schätzing und andere Personen haben Tierpatenschaften für diese vom Aussterben bedrohten Tiere übernommen.

Das OZEANEUM ist ein gruppenfreundliches Haus und bietet gemäß seines öffentlichen Auftrages umfangreiche Bildungsangebote für Schulklassen und Kindertagesstätten an. In den Sommermonaten ist pädagogisch geschultes
Personal außerhalb des Museums unterwegs mit der „Werde Stranddetektiv! - Tour“. Direkt am Ostseestrand entdecken Kinder und Jugendliche auf spielerische Art und Weise die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Dabei wird auch auf die zunehmende Vermüllung der Meere mit Plastikmüll aufmerksam gemacht. 2018 wurde das Museum zum dritten Mal vom Tourismusverband Mecklenburg- Vorpommern als familienfreundlich und barrierefrei zertifiziert.

Text: Deutsches Meeresmuseum

(Stand: Januar 2019)

Das MEERESMUSEUM in Stralsunds Altstadt hat seit 1951 sein Domizil im ehemaligen Dominikanerkloster St. Katharinen. Es ist somit der älteste Standort der Stiftung Deutsches Meeresmuseum. Bevor es jedoch zur musealen Nutzung kam, diente die Katharinenhalle u. a. als Waffenlager und Schule. Im Jahre 1951 zog das von Prof. Dr. Otto Dibbelt gegründete Naturkundemuseum ein. Von 1972 bis 1974 erfolgte eine umfassende Sanierung der Katharinenhalle, während dessen auch das außergewöhnliche Stabwerk eingebaut wurde. Dadurch entstanden drei Ebenen, die es ermöglichten, umfangreiche Ausstellungen im Museum zu installieren.

So befinden sich im Erdgeschoss, neben den vier tropischen Aquarien, Exponate zur Meeresbiologie und Meereskunde. Faszinierend sind ein 200 Mio. Jahre alter, fossiler Meeresboden und ein originaler 1,40 Meter großer Riesenammonit. Zudem wird die wundervolle Korallenwelt thematisiert. Dazu wird in einer neun Meter hohen Vitrine, der wohl größten Ausstellungsvitrine in einem deutschen Museum, ein tropisches Korallenriff in „3D“ präsentiert. Am aufwendig und originalgetreu restaurierten Riffpfeiler lässt sich das komplexe Ökosystem Korallenriff mit all seinen Lebewesen und Besonderheiten entdecken. Alle 20 Minuten macht eine Ton-Licht-Installation einen Tag im Korallenriff im Zeitraffer erlebbar.

Danach folgt der für viele Besucher schönste Bereich der Katharinenhalle: der ehemalige Kirchenchor. Unter der Gewölbedecke beeindruckt das Skelett eines Finnwals: 15 Meter lang und etwa 1 000 kg schwer. Das Knochengerüst hängt an Stahlseilen, die im gotischen Deckengewölbe verschwinden. Kaum einer der Betrachter weiß, dass darüber u. a. noch das originale Tretrad erhalten ist, mit dem die Mönche einst schwere Lasten in die Speicher unterm Dach transportierten.

Im ersten Obergeschoss geht es um die Fischerei. Doch zunächst bietet sich eine schöne Sicht auf die historische Bausubstanz. Entlang der gotischen Säulen ist erkennbar, dass das Stabwerk nahezu frei im Raum steht – abgesehen von wenigen notwendigen Befestigungen an den Wänden. Harmonisch fügt sich auch ein originales Strandboot in die Fischereiausstellung ein. Schaut man am aufgetakelten Segel empor, schweift der Blick über das gotische Gewölbe.

In der zweiten Etage – der Abteilung „Mensch und Meer“ – mit Exponaten und Präparaten aus der museumseigenen Präparationswerkstatt, sollte man ebenfalls zur Decke schauen. In der Nähe der Vitrine mit dem Modell der legendären Lederschildkröte, die sich einst in die Nähe von Stralsund verirrte, entdeckt man eine historische Deckenmalerei.

Auf dem weiteren Rundgang gelangt man in den Tiefseesaal. Dort geht es auf „Expedition Tiefsee“ mit Leuchtfisch-Modellen, originalen Tiefseefisch-Präparaten und der dreifach vergrößerten Nachbildung eines Höllen Vampirs – bislang einzigartig in Deutschland. Danach folgt die Ausstellung „Nutzung der Meere – von der Tiefsee bis in die polaren Regionen“ mit selten gezeigten Originalexponaten und faszinierenden Modellen, u. a. ein Schwarzer Raucher und ein Belugawal mit Kalb.

Von der Tiefsee geht es über den Geologieraum vorbei am Gläsernen Klassen-zimmer weiter ins Kelleraquarium. Dort leben Mittelmeerbewohner, z. B. Muränen, Langusten, Lippfische, Barsche und Rochen, sowie tropische Meerestiere, u. a. bunte Korallenfische, Seepferdchen und die als „Nemos“ bekannten Anemonen-fische. Eine besondere Faszination übt das 50 000-Liter-Becken mit Leoparden-haien sowie Falter- und Drückerfischen aus.

Der Höhepunkt des Rundgangs ist das 350 000-Liter-Aquarium, in dem drei verschiedene Arten Meeresschildkröten leben. Dieses größte Becken im MEERESMUSEUM mit dem 25 m² großen Schaufenster ermöglicht insbesondere während der Schildkrötenfütterungen und beim wöchentlichen Tauchgang gezielte Beobachtungen zum Verhalten und zur Lebensweise der gepanzerten Reptilien.

Seit dem letzten Umbau sind 45 Jahre vergangen. Daher wird das MEERES-MUSEUM voraussichtlich ab Frühjahr 2021 für eine zweijährige Modernisierung schließen. Geplant sind neue, raumhohe Vitrinen in den Ausstellungen, ein Großaquarium sowie ein neugestaltetes Eingangsfoyer. Die Aquarien im historischen Gewölbekeller des Klosterkomplexes werden komplett über-arbeitet, so dass die Besucher sich dort zukünftig auf eine Reise durch die warmen Meere begeben können.

Im Herbst 2017 gewann das Stuttgarter Büro „Reichel Schlaier Architekten“ den europaweit ausgelobten Architektenwettbewerb zur Modernisierung des MEERESMUSEUMs. Sein Entwurf überzeugte durch den sensiblen Umgang mit der historischen Bausubstanz und mit selbstbewusster neuer Architektur – ein Spagat zwischen Denkmalpflege im Welterbe und den Anforderungen an ein modernes Museum mit seiner über Jahrzehnte gewachsenen Identität. Nachhaltiges Bauen steht im Vordergrund, auch bei der energetischen Sanierung der Tropenaquarien. Zudem wird es für die Besucher viele Ver-besserungen geben, die den Museumsaufenthalt noch angenehmer machen. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Barrierefreiheit. Derzeit werden die Details für die Ausstellung mit Gestaltern des Münchner Büros „Die Werft“ geplant.

Text: Deutsches Meeresmuseum

(Stand: Januar 2019)

Seit 1991 betreibt das Deutsche Meeresmuseum direkt am Leuchtturm Darßer Ort ein Naturkundemuseum. Das NATUREUM befindet sich in der Kernzone des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft unweit vom Darßer Weststrand. Damit liegt das NATUREUM aufgrund der ursprünglichen Natur in einer der schönsten Küstenregionen Deutschlands. Vor der politischen Wende 1989 war das Areal um den Leuchtturm Darßer Ort militärisches Sperrgebiet und somit nicht zugänglich.

Bereits die etwa fünf Kilometer lange autofreie Strecke durch den ursprünglichen Darßwald ist ein beeindruckendes Erlebnis. Per Fahrrad, Pferdekutsche oder zu Fuß erlebt man „Natur pur“ auf den Wanderwegen bis zum NATUREUM, wenn man Augen und Ohren offen hält.

Seit 1995 ist der 1848 erbaute Leuchtturm wieder begehbar. Nach 126 Treppen-stufen bis zur Aussichtsplattform in 30 Meter Höhe wird man bei günstigen Wetterverhältnissen mit einem fantastischen Rundblick über die Ostsee und die Darßer Landschaft belohnt. An manchen Tagen sind am Horizont sogar die dänischen Inseln Falster und Mön zu sehen.

Der 170 Jahre alte und 35 Meter hohe „Backsteinriese“, dessen Leuchtfeuer noch in Betrieb ist, wurde 2009 einer äußerlichen Überholung unterzogen. Dabei wurde das Mauerwerk ausgebessert, so dass die denkmalgeschützte Fassade seitdem wieder in altem Glanz erstrahlt. Am 8. Juni 2018 wurde im NATUREUM die neue 45-Cent-Briefmarke „Darßer Ort“ vorgestellt, die zur Briefmarkenserie Leuchttürme gehört.

Auf dem Museumskomplex beherbergt ein ehemals als Stall genutztes Gebäude heute drei Aquarien mit etwa 20 000 Liter Salzwasser, in denen Meerestiere aus der Ostsee leben. Im ehemaligen Leuchtturmwärterhaus befinden sich auf drei Etagen Ausstellungen zum Naturraum Darßer Ort, zur Ostseeküste und der damit verbundenen Küstendynamik. Das nachgestellte Szenario „Darßwald bei Nacht“ zeigt den Besuchern die dämmerungsaktiven Waldbewohner auf einen Blick.

Neu eröffnet wurde im Juni 2016 anlässlich 25 Jahre NATUREUM das Bernstein-kabinett mit Wissenswertem rund um den beliebten Strandfund. Nach dem Rundgang bietet sich ein Besuch im Museumscafé am Leuchtturm an. Es ist dem NATUREUM angeschlossen und den Museumsgästen vorbehalten. Auf dem Innenhof des Museumsareals gibt es zudem ein Spielboot für Kinder.

Im Außenbereich des NATUREUMs findet man einen Strand- und Dünengarten und ein Feuchtbiotop sowie auf dem Weg zum nahe gelegenen Darßer Weststrand einen Relieftisch, der das Thema Küstendynamik verdeutlicht. Vor dem Rückweg sollte man unbedingt einen Abstecher zum Strand machen, wo sich mit etwas Glück vielleicht ein Bernstein findet – zur Erinnerung an ein einzigartiges Urlaubserlebnis.

Text: Deutsches Meeresmuseum

Weitläufiges Kleinod am Deutschen Meeresmuseum feiert Geburtstag

(Stand: Juni 2019)

Das 20-jährige Gründungsjubiläum des NAUTINEUMs auf dem DänholmStralsund wird am 6. Juni mit einer Feierstunde für geladene Akteure und Förderer gefeiert. Dabei soll auf die Entwicklung des Standortes der Stiftung Deutsches Meeresmuseum zurückgeschaut und ein Blick in die Zukunft geworfen werden.

„Langfristig wollen wir die Sammlungen des Deutschen Meeresmuseums am NAUTINEUM zusammenführen, esbesser für Sektionen und Präparationen ausstatten und letztlich zu einem zentralen Wissenschaftsstandort profilieren“, sagt Dr. Harald Benke, Direktor am Deutschen Meeresmuseum Stralsund.

Das NAUTINEUM wurde zwischen 1998 und 2001 mit Mitteln der EU und des Landes Mecklenburg-Vorpommern auf dem ehemaligen Tonnenhof des Wasserstraßen-und Schifffahrtsamtes Stralsund aufgebaut. Das Konzept umfasste von Beginn an Großexponate der Fischerei, der Meeresforschung und des Wasserstraßenwesens. Eines der wohl eindrucksvollsten Objekte, das Unterwasserlabor Helgoland, bezog bereits 1998 seinen Platz an der Kaikante gegenüber der Ziegelgrabenbrücke. 2003 folgte ein Vorläufer der Helgoland, die erste deutsche Unterwasserstation BAH1. Bei der Planung der Ausstellung nahm die Präsentation der traditionellen vorpommerschen Küstenfischerei eine große Rolle ein. Zu diesem Zweck wurde 2001 nach skandinavischem Vorbild eine Bootshalle gebaut, die bis heute nicht nur als Ausstellungsfläche dient, sondern auch der Bewahrung wertvoller Sachzeugnissewie beispielsweise vorpommerschen Fischerbooten. Highlight der Fischereiausstellung ist die Rekonstruktion eines Zeesbootes von 1870, die STR 9. Mit gesetzten Segeln und Fischereiausrüstung vermittelt es das Bild eines zum Fischfang auslaufenden Zeesbootes.

Mit gut 10 000 Besuchern pro Jahr und bei freiem Eintritt ist das NAUTINEUM ein Kleinod in der Familie des Deutschen Meeresmuseums. Seit der Einweihung der neuen Rügenbrücke im Jahr 2007 ist es vonder Hauptverkehrsader nach Rügen abgeschnitten und muss gezielt angefahren werden. Dank der langjährigen Zusammenarbeit mit der Stralsunder Innovation Consult GmbH (SIC) ist es gelungen, dass Gelände trotz personeller Engpässe zu erhalten. Seit 2007 sind zudem Freiwillige der Jugendbauhütte Stralsund/Szczecin im NAUTINEUM im Einsatz. In diesem Zusammenhang dient das NAUTINEUM auch als Veranstaltungsort für Seminare über den traditionellen Bootsbau.

Im Laufe des 20-jährigen Bestehens des Standortes konnte die Zahl der Sammlungsgüter erheblich vergrößert werden. Neben einzelnen ausgedienten Fischereifahrzeugen, kamen die umfangreiche Bootsmotorensammlung von Wolfgang Rudolph und die Modellbootsammlung von Helmut Olszak hinzu. Erst 2018 übernahm das Deutsche Meeresmuseum umfangreiche Geräte der Fischereiforschungdes Thünen-Institutes.

Text: Deutsches Meeresmuseum