KEIN LÄRM MEER

Im Mittelpunkt der Aktionen im Jahr 2019 wird das Schwerpunktthema „Kein Lärm Meer“ stehen, bei dem das Museum sich ab Sommer auf die bislang wenig bekannte Problematik des Unterwasserlärms konzentriert.

„Von Menschen gemachte, laute Geräusche sind nicht so augenscheinlich wie Plastikmüll im Meer. Das Problem hat für die Tiere in den Ozeanen aber eine ähnliche Brisanz, es ist in der Öffentlichkeit nur weniger bekannt. Das wollen wir ändern“, sagt Dr. Harald Benke, Direktor vom Deutschen Meeresmuseum.
„Doch wie macht man Schall und seine Auswirkungen sichtbar? Wir arbeiten derzeit an Ideen für passende Ausstellungsstücke und werden die Problematik anhand moderner Medien und klassischer Museumsarbeit veranschaulichen und vermitteln“, so Benke.

Das Deutsche Meeresmuseum ist Partner im Forschungsprojekt „Hearing in Penguins“, in dem die Hörfähigkeit von Pinguinen untersucht wird und sich damit auch dem Thema Unterwasserlärm widmet.

Neue Ausstellungsinhalte im OZEANEUM Stralsund

Lärmquellen unter Wasser

10 Fakten zum Unterwasserlärm

Die Geräusche des Meeres sind vielfältig wie das Leben, sie sind schön, überraschend laut, leise, einfach oder kompliziert.
Das Meer ist kein leiser Lebensraum, obwohl der Name „Stiller Ozean“ diesen Eindruck vermittelt.

Wasser überträgt Geräusche viel besser als Luft, weil sich Schall im Wasser viereinhalb mal schneller ausbreitet.

Meerestiere nutzen unter Wasser verschiedene Geräusche zur Kommunikation, Nahrungssuche und Orientierung.

Lärm ist als Form der Umweltverschmutzung zwar anerkannt, aber es gibt bisher keine verbindlichen internationalen Gesetze, welche die Erzeugung und Höchstgrenzen von Lärm in der Unterwasserwelt regulieren.

Weil die Unterschiede in der Lautstärke sehr groß sind, entwickelten Wissenschaftler die Hilfseinheit deziBel (dB).

Sie wandelt den Schalldruck in ein für uns sinnvolles Maß um. 0 dB heißt übrigens nicht, dass es absolut „still“ ist – wir können es nur nicht hören.

Mit der zunehmenden Nutzung des Ozeans erhöht sich der Lärm im Meer und führt zu einer neuen Art von Umweltschädigung: Lärmverschmutzung unter Wasser.

Schiffspropeller und -motoren erzeugen Unterwasserlärm, der die gleiche Tonhöhe hat, die viele Meerestiere für ihre Verständigung untereinander nutzen.

Von Menschen erzeugter Lärm gefährdet viele Tiere im Meer – vom Strandfloh bis zum Blauwal.

Mehr als 90 Prozent der weltweit gehandelten Güter werden mit Schiffen transportiert. Diese erzeugen unter Wasser einen zunehmenden akustischen „Nebel“, der die natürlichen Geräusche überlagert. Die meisten Schiffe sind umso lauter, je schneller sie fahren.

Lärm und unnatürliche Geräusche verursachen bei fast allen Tieren Stress – und auch wir Menschen reagieren zunehmend gestresst auf Lärm in unserer Umwelt.

Wissenschaftler konnten bei zahlreichen Meerestieren negative Auswirkungen auf Lärm nachweisen, darunter auch bei 27 Arten von Meeressäugetieren.