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Welche Hilfe braucht der Wal in der Wohlenberger Wiek?

Der Schnabelwal, der letzte Woche an der Küste Mecklenburgs in der Wohlenberger Wiek aufgetaucht ist, bewegt die Gemüter. Damals hatten beherzte Angler das Tier wieder ins tiefere Wasser geleitet, nachdem es im flachen Gewässer gestrandet war.

Der Schnabelwal, der letzte Woche an der Küste Mecklenburgs in der Wohlenberger Wiek aufgetaucht ist, bewegt die Gemüter. Damals hatten beherzte Angler das Tier wieder ins tiefere Wasser geleitet, nachdem es im flachen Gewässer gestrandet war.

Mittlerweile kommen viele Schaulustige, um das seltene Tier zu sehen. Parallel häufen sich die Stimmen, dass etwas unternommen werden müsste. „Die Situation ist nicht einfach“, sagt Dr. Michael Dähne, Kurator für Meeressäugetiere am Deutschen Meeresmuseum in Stralsund. „Die Schnabelwale, die es bisher in die Ostsee verschlagen hat, haben zum größten Teil selbst nicht mehr herausgefunden und sind irgendwann am Strand verendet“, führt Dähne aus. „Allerdings war erst einmal ein Tier dieser Art, ein Sowerby Zweizahnwal, in unseren Gewässern.“ Dieser Wal strandete 1913 an der Greifswalder Oie.

Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums kommen regelmäßig an die Wohlenberger Wiek, um Informationen über den seltenen Gast zu sammeln. Die gewonnen Daten – wie es dem Tier tatsächlich geht, ob es Verletzungen hat, sich orientieren kann oder selbstständig Futter findet – stellen eine wichtige Basis dar, um beurteilen zu können, inwiefern dem Wal geholfen werden muss und wie Hilfe erfolgen kann.

Die zweite Säule der Hilfe für den Wohlenberger Wal ist das Verhalten der Mitbürger. „Am wichtigsten ist es, das Tier nicht weiter zu beunruhigen, hier kann jeder helfen“, sagt Dr. Harald Benke, Direktor des Deutschen Meeresmuseums. Er bittet darum, sich mit Booten nicht näher als 200 Meter an den Schnabelwal anzunähern. Motor und Echolot sollten unbedingt abgeschaltet sein, um das Gehör und die Orientierung des Wales nicht weiter zu stören. Wichtig ist zudem, unnötigen Lärm zu vermeiden und dem Tier kein Futter anzubieten. Außerdem sollte man sich dem Wal keinesfalls schwimmend oder tauchend nähern und sonstige Aufregung unterlassen.

Die Wissenschaftler des Deutschen Meeresmuseums um Dr. Michael Dähne sammeln Daten, stehen mit verschiedenen Behörden und Naturschutzorganisationen in Kontakt und klären, ob und – wenn ja – wie genau dem Schnabelwal weiter geholfen werden muss. Für alle, die sich Gedanken über einen möglichen Namen für das Tier machen, hat Dähne noch einen Tipp: „Wir sind uns mittlerweile sehr sicher, dass es sich um ein junges Weibchen handelt.“

Sichtungsmeldungen bitte nach wie vor melden an Tel. 0176 – 22 32 56 05