Aquarienrundgang Ostsee

Die Reise durch die Unterwasserwelt der Ostsee beginnt mit dem Einblick von oben in das Stralsunder Hafenbecken. Geht man die Treppe hinunter, öffnet sich der Blick in die Unterwasserlandschaft.




Heringe

Es sind faszinierende Bilder, wenn ein Fischschwarm im Meer einer geradezu künstlerischen Choreographie zu folgen scheint. So als gäbe es ein kollektives Kommando oder eine interne Kommunikation. Wie im Heringsbecken des OZEANEUMs sehr schön zu beobachten, glänzen die Fischleiber wie reines Silber. Im Aquarienlicht entsteht so ein glitzernder und verwirrender Effekt, der kaum einen einzelnen Hering fixieren lässt. Diese Wirkung nutzt der Schwarm auch im freien Meer, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Er ist darum auch pausenlos in Bewegung. Der Heringsschwarm besteht aus mehreren Tausend Fischen, denen die Rundform des Beckens die Weite der See simuliert.




Hornhechte im Großbecken "Rügener Kreideküste" - © Johannes-Maria Schlorke

Hornhecht

Wie silbrig-glänzende Pfeile wirken die meist im oberen Drittel des Kreideküsten-Beckens schwimmenden Hornhechte, auch Hornfische genannt. Die schlanke Form der bis zu 90 Zentimeter langen Tiere fällt zwischen den deutlich fülligeren Dorschen im Becken besonders auf. Hornfische haben bis zu 77 Wirbel und daher einen besonders lang gestreckten Körper. Auffällig ist auch der längliche und mit nadelspitzen Zähnen ausgestattete Schnabel der Schwarmfische. Nicht nur ihr Aussehen, sondern auch das Verhalten der Hornfische erinnert an Pfeile. Auf der Jagd oder während der Flucht in der Natur schießen sie zuweilen sogar aus dem Wasser hervor.




Krake im Wandbecken "Kattegat" - © OZEANEUM Stralsund

Krake

Von Natur aus dämmerungsaktive Höhlenbewohner, hält sich der Krake tagsüber gerne versteckt. Dazu hat er in den kleinen Felsenhöhlen des Beckens, gleich neben dem großen Kattegat-Aquarium, genug Möglichkeiten. Gewöhnliche Kraken gehören zu den intelligentesten Vertretern der wirbellosen Tiere. Sie verfügen über erstaunliche Sinnesleistungen. Ihre hochentwickelten Augen sind zum Farb- und Scharfsehen befähigt. Außerdem können sie ihre Körperfarbe und Hautstruktur in Sekundenschnelle ändern, um damit auf die Umgebung zu reagieren oder Signale an den Partner zu übermitteln.




Im Quallenkreisel ziehen die Ohrenquallen ihre Kreise - © OZEANEUM Stralsund

Ohrenquallen

Getragen von einer kreisenden Strömung schweben transparente und bläulich schimmernde Ohrenquallen wie in einem stillen und eleganten Reigen durch das Wasser. Die sehr sensiblen und leicht verletzlichen Tiere sind schwierig zu halten. Sie müssen in ständiger Bewegung bleiben und das Becken muss frei von Hindernissen sein. Gefüttert werden die eleganten Schönheiten mit Plankton, das sie mit ihren Nesselzellen einfangen. Anders als in der Natur dauert ein Quallenleben im Aquarium rund ein Jahr, da hier Plankton über den Herbst hinaus verfügbar ist. Im Meer erreichen sie nur ein Alter von ca. sechs Monaten.




Seehase im Großbecken "Schärenmeer" - © OZEANEUM Stralsund

Seehase

Der Seehase ist ein sehr ungewöhnlicher Meeresbewohner mit ebenso bizarrem Namen, der im Nordatlantik sowie in der Nord- und Ostsee zu Hause ist. Er kann nicht besonders gut schwimmen und lebt hauptsächlich auf dem Meeresgrund. Doch er besitzt auf der Bauchunterseite eine Saugscheibe, mit der er sich auch in der stärksten Strömung am Untergrund festsaugen kann. Einmal festgesaugt, müsste man eine sehr große Kraft aufwenden, den schuppenlosen Meeresbewohner wieder zu lösen. Besonders große Exemplare werden bis zu 70 Zentimeter lang und drei Kilogramm schwer.




Waxdick im Großbecken "Flussmündung". - © Johannes-Maria Schlorke

Waxdick

Er wird liebevoll „der älteste Mitarbeiter des MEERESMUSEUMs“ genannt: der Waxdick. Im Oktober 1968 war er im Netz eines lokalen Fischers gelandet, seither zieht dieser Stör seine Kreise im Becken. Mit der Neueröffnung des OZEANEUMs stand nach knapp 40 Jahren im MEERESMUSEUM auch für ihn der Umzug in das eigens für die Störe konzipierte Becken „Flussmündung“ an. Der betagte Herr galt als Risikopatient, denn in seinem Alter ist eine Umsiedlung mit großem Stress verbunden. Es ging aber alles gut und so zieht er auch in seinem neuen Zuhause seine Kreise unermüdlich weiter und beobachtet dabei neugierig seine neuen Kollegen bei der Arbeit.





OZEANEUM