Aquarienrundgang Nordsee

Nach dem Ostseeaquarium geht die Unterwasserreise in der Nordsee weiter. Beginnend mit einem Blick auf die Bewohner des Wattenmeeres, geht es weiter durch den Helgolandtunnel bis zum 2,6 Millionen Liter fassenden Becken "Offener Atlantik.




Der Helgolandtunnel

Die Unterwasserwelt der Hochseeinsel Helgoland lässt sich im Tunnelaquarium hautnah bestaunen. Das mit 200.000 Litern zweitgrößte Aquarium des OZEANEUMs stellt mit Felsformationen und Kelbpflanzen den Lebensraum um die Nordseeinsel originalgetreu nach. Im gut 8 Grad kalten Wasser tummeln sich Freiwasserfische wie Seelachse, Dorsche, Lengs und Katzenhaie. Auf dem Meeresgrund leben Taschenkrebse, die mit ihren mächtigen Scheren eine extreme Kraft entwickeln können, sowie Heilbutt und Seeteufel, die Meister der Tarnung.




Kaltwasserkorallen

Obwohl die weißen, orangenen oder violetten Kaltwasserkorallen große Flächen des europäischen Kontinentalabhanges bewohnen, sind sie vielen Menschen noch unbekannt. Kaltwasserkorallen ernähren sich anders als ihre tropischen Verwandten von Plankton und wachsen mit gut 1,5 Zentimeter pro Jahr sehr langsam. Dabei benötigen sie spezielle Strömungsverhältnisse und exzellente Wasserwerte, was die Haltung dieser Tiere zur Königsdisziplin der Aquaristik macht. Wir zeigen Ihnen diese filigranen Steinkorallen in drei europaweit einmaligen, insgesamt ca. 1500 Liter fassenden Aquarien. Um einen Blick auf die Schönheiten der Dunkelheit erhaschen zu können, müssen Sie kleine Spotlichter anschalten. Dann erblicken Sie nicht nur diese violette Anthothelia, sondern ein ganze Lebensgemeinschaft der Tiefsee. Hier leben außerdem Schlangensterne, Furchenkrebse und Gorgonenhäupter.

 




Eberfische

Mit ihrer auffällig roten Färbung, der flachen, hohen Körperform und den übergroßen Augen zieht eine besondere Fischart die Blicke im Ärmelkanal-Becken auf sich. Eberfische passen nicht unbedingt in das gängige Bild nordischer Meeresbewohner, die im Vergleich zu tropischen Fischen oft ein wenig an Farbe vermissen lassen. Ihr Aussehen aber ist ihrer Herkunft angepasst, denn sie gelten als Wanderer zwischen Hoch- und Tiefsee. In den tieferen Wasserbereichen, in denen das Licht immer weniger wird, verändert sich das Rot in Schwarz – eine perfekte Tarnung also. Auch die großen Augen sind den schlechten Sichtverhältnissen in diesen Tiefen angepasst.




Heringskönig

Der Heringskönig in der „Schottischen Küstenhöhle“ kann zwar seine Rückenflosse zu einer Zackenkrone aufstellen, er ist aber definitiv kein Hering. Sein grau-gelbes Schuppenkleid mit einem auffälligen schwarzen Punkt an den abgeflachten Seiten ist ihm bei der Jagd nach seinem Lieblingsmahl, den Heringen, sehr nützlich. In dieser Aufmachung halten sie ihn fälschlicherweise für ein krankes Tier. Dabei ist er in der Lage seine Beute blitzschnell einzusaugen. Zu diesem Zweck stülpt er sein Maul sehr weit hervor und verschlingt durchaus einen ganzen Hering auf einmal.




Petermännchen im Großbecken "Wattenmeer" - © OZEANEUM Stralsund

Petermännchen

Wenn die hübschen, buntgescheckten Petermännchen im flachen Wattenmeer-Becken sich offensichtlich gut gelaunt im Bodensand tummeln, lässt sich kaum erahnen, dass diese Fische mit dem lustigen Namen zu den gefährlichsten europäischen Gifttieren gehören. Die possierlichen Grundfische sind wahrlich keine Kuscheltiere. Das Gift in den vorderen Flossenstrahlen der Rückenflosse und in kleinen Dornen am Kiemendeckel wirkt äußerst schmerzhaft, führt zu starken Schwellungen, Taubheit der betroffenen Stellen und möglichen Kreislaufproblemen. Da ein entsprechendes Gegengift noch fehlt, bleiben die schwerwiegenden Komplikationen über eine lange Zeit erhalten.




Rochen

Rochen bezaubern die Besucher immer wieder mit ihrem hellen Engelsgesicht. Das Maul, die Nasenlöcher und die Kiemenspalten befinden sich nämlich auf der Bauchseite der Tiere. Wer im Kattegat-Becken die Nagelrochen und Katzenhaie betrachtet, wird verwundert sein zu hören, dass diese auf den ersten Blick so unterschiedlichen Tiere sehr eng miteinander verwandt sind. Haie und Rochen bilden zusammen mit den Chimären die Klasse der Knorpelfische. Um neben dem Freiwasser auch den Meeresboden zu erobern, entwickelten Rochen aber eine abweichende Kopf- und Körperformen, durch die die Brustflossen mit dem Körper zu einer Scheiben verschmolzen sind.




Seeteufel im OZEANEUM - © Deutsches Meeresmuseum

Seeteufel

Seeteufel sind hochspezialisierte Raubfische der nördlichen Meere und werden seit Eröffnung des OZEANEUMs im dortigen Nordseerundgang gezeigt. Seeteufel kann man nur selten in Aquarien bewundern, denn diese raffinierten Räuber sind echte Sensibelchen. Der perfekt getarnte Bodenbewohner liegt meist regungslos am Grund und ist nur schwer zu erkennen. Außerdem ist äußerste Vorsicht geboten: Das Anfassen dieses Tieres ist unter allen Umständen zu vermeiden, denn die Haut ist extrem empfindlich. Bei Berührung brechen Gewebestützen zwischen Fleisch und Haut, Bakterien entwickeln sich und das Tier verfault bei lebendigem Leib.





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