COSAMM




Das Projekt

Im Projekt COSAMM (Untersuchungen zur Vergleichbarkeit von verschiedenen statisch passiv akustischen Monitoring Methoden zur Erfassung von Schweinswalen und anderen Zahnwalen) werde alle verfügbaren Klickdetektoren für Schweinswale verglichen, um später trotz des Einsatzes verschiedenster Geräte, repräsentative und vergleichbare Aussagen über das Vorkommen von Schweinswalen treffen zu können.

Förderkennzeichen: 0325238

 

Hintergrund

Seit fast 10 Jahren setzt das Deutschen Meeresmuseum Schweinswal-Klickdetektoren ein, um die Schweinswalpopulation in der deutschen Ostsee zu untersuchen. Der Schweinswal sendet zur Orientierung und zur Jagd kurze Schallimpulse mit einer Frequenz von etwa 130 kHz, so genannte Echoortungslaute aus. Stoßen diese Schallwellen auf ein Objekt, werden sie reflektiert und kommen als Echo zum Schweinswal zurück. Diese Klicks können  mit Klickdetektoren aufgenommen werden, anschließend können mit diesen Daten Aussagen über das Vorkommen und die Verbreitung der Tiere gemacht werden.

 

 




Die Geräte

Hier eine Auflistung aller Geräte die im Projekt COSAMM untersucht werden. Ausführlichere Informtionen zu den Geräten finden Sie auf den Internetseiten der Hersteller.

- © Johann Subklew

Messgerät: T-POD

Bild: Johann Subklew

T-POD

Timing POrpoiseDetectors

Zur Erfassung der Klicklaute vergleicht der T-POD die Schallenergie auf zwei Frequenzbändern (90 und 130kHz). Wird ein Schwellenwert überschritten nimmt der POD den Zeitpunkt des Schallereignises sowie dessen Dauer auf.

Einsatzzeit: 2,5 Monate

Speicherkapazität: 128 MB

Hersteller: Chelonia Ltd.




- © Johann Subklew

Messgerät: C-POD

Bild: Johann Subklew

C-POD

Cetacean-POrpoiseDetectors

Seit 2008 produziert Chelonia nur noch C-PODs. Diese registrieren Schwingungen im Frequenzbereich zwischen 20 und 160kHz und speichert verschiedene Parameter (Frequenz, Anzahl der Zyklen, Amplitude und Hüllkurve).

Einsatzzeit: 4 Monate

Speicherkapazität: 4 GB SD-Karte (Erweiterbar)

Hersteller: Chelonia Ltd.




- © Johann Subklew

Messgerät: PCL

Bild: Johann Subklew

PCL

Porpoise Click Logger

Nimmt zeitgleich in zwei Frequenzbändern (60 und 130 kHz) den Schalldruck und die Dauer von Schallereignissen auf. Eine nachfolgende, vom Anwender spezifizierbare Analyse, ermöglicht das Erkennen von Schweinswallauten.

Einsatzzeit: 3 Monate

Speicherkapazität: 8 MB

Hersteller: Aquatec




- © Johann Subklew

Messgerät: A-TAG

Bild: Johann Subklew

A-TAG

Der A-TAG besitzt als einziges Gerät zwei Hydrofone, die es ermöglichen, die Richtung aus welcher der Schall kommt zu ermitteln. Diese Gerät zeichnet den Schalldruck von Ereignissen über 70kHz, sowie den Zeitunterschied des Ereignisses beim Erreichen der beiden Hydrophone auf. Der A-TAG wurde hauptsächlich in dem Bereich des Schleppmonitoringseingestzt. Seit 2006 gibt es auch eine Version, welche im statisch akustischen Monitoring eingesetzt wird.

Einsatzzeit: 1 Monat

Speicherkapazität: 128 MB

Hersteller: MMT Inc.




Methoden

Der Vergleich der Schweinswal-Klickdetektoren (T-POD, C-POD, PCL und A-Tag) soll mit vier unterschiedlichen methodischen Ansätzen durchgeführt werden.

1. Kalibrierung im Tank

Alle Geräte werden mit einem standardisierten Verfahren in einem Tank kalibriert. Dazu werden sie mit Schweinswal-Echoortungslauten unterschiedlichen Schalldruckpegels beschallt. Mit diesem Verfahren kann die genaue Sensitivität der Geräte bestimmt werden.

Der neue Kalibrierungstank am Deutschen Meeresmuseum ist mit einer Grundfläche von 5,7m² und einer Füllmenge von 8700 Litern mehr als 15mal größer als der bisherige Kalibrierungstank.

2. Relativer Vergleich der Geräte

Um einen möglichst realen Langzeitvergleich zwischen den Geräten zu ermöglichen, werden verschiedene Schweinswal-Klickdetektoren in unmittelbarer Nähe zueinander für längere Zeit auf See ausgebracht.

3. Beschallung auf See

Um die Stichprobengröße zu erhöhen und nicht nur von dem Schwimm- und Echoortungsverhalten der Schweinswale im Freiland abhängig zu sein, werden die Schweinswal-Klickdetektoren auf See mit Schweinswall- oder schweinswalähnlichen Lauten beschallt. Mit gleichmäßig verteilten Messpunkten ist es möglich, eine „akustische Detektionsfunktion“ der Schweinswal-Klickdetektoren zu ermitteln.

4. Detektionsfunktionen

Zusätzlich zu der Beschallung auf See sollen die Detektionsfunktionen der Klickdetektoren im Freiland mit frei schwimmenden Schweinswalen bestimmt werden. Die Bestimmung der Distanz zwischen Klickdetektor und Tier ist dabei von besonderer Bedeutung. Die visuelle Distanzmessung, z.B. mit Hilfe von Theodoliten oder Laser-Entfernungsmessern ist dabei nur begrenzt hilfreich, da die Tiere nur unregelmäßig zum Atmen auftauchen. Mit einem Array aus 4-16 Hydrophonen sollen daher die Laufzeitunterschiede der Echoortungssignale gemessen und die Position des Tieres, möglichst für jeden Zeitpunkt eines ausgesandten Lautes, bestimmt werden.