SAMBAH

Logo des SAMBAH Projekts - © Grafik: Deutsches Meeresmuseum

Das Projekt

Das Projekt SAMBAH - Statisches, akustisches Monitoring des Ostsee-Schweinswals (engl. Static Acoustic Monitoring of the Baltic Sea Harbour porpoise) - möchte mit Hilfe von 300 Klickdetektoren in der Zentralen Ostsee eine Schätzung der Populationsdichten und der absoluten Zahl der Schweinswale erhalten. Des Weiteren sollen im Projekt SAMBAH Verbreitungskarten des Untersuchungsgebiets erstellt werden, um bevorzugte Lebensräumen und Gebiete mit höherem Konfliktrisiko auf Grund menschlicher Aktivitäten zu indentifizieren. Ein weiteres Ziel ist die Anwendung der besten Praxis zur Erzielung einer kostengünstigen, großflächigen Überwachung von Schweinswalen in einem Gebiet.

Hintergrund

Nur eine kleine Teilpopulation des Schweinswals (Phocoena phocoena) lebt in der Zentralen Ostsee und die Zahl der Tiere hat in den letzten Jahrzehnten drastisch abgenommen. Die ihnen drohenden Gefahren und Probleme sind bisher nur wenig erforscht, insbesondere was das mögliche Zusammenwirken der Belastungen und die räumliche Verteilung betrifft. Zu den größten Bedrohungen für den Ostseeschweinswal zählen Beifang, chemische Verschmutzung und Unterwasserlärm. Von der Weltnaturschutzorganisation IUCN wird der Schweinswal in der Zentralen Ostsee als vom Aussterben bedroht angesehen. Ferner ist er durch die europäische Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) und durch das UNEP Abkommen zum Schutz der Kleinwale in Nord- und Ostsee, des Nordostatlantiks und der Irischen See (ASCOBANS) geschützt.

Ein effektiver Schutz ist auf Grund mangelnden Wissens über die Zahl der Tiere und ihre bevorzugten Lebensräume schwer zu erreichen. Deshalb gibt es einen dringenden Bedarf, mehr Daten über die Größe und das Verbreitungsgebiet der Population sowie ihre Veränderungen im Laufe der Zeit zu sammeln.

Methodik

Das Gerät

Die Geräte, die für SAMBAH zum Einsatz kommen, heißen C-PODs (Cetacean-POrpoise Detector). Mit Hilfe dieser Unterwasser-Mikrofone werden die Echoortungs- oder Klicklaute (deswegen auch Klickdetektoren genannt) der Schweinswale aufzeichnen. Ein C-POD kann den Klick eines Schweinswals in einem Radius von bis zu 100m Entfernung erfassen. Dazu registriert das Gerät Schwingungen im Frequenzbereich zwischen 20 und 160kHz und speichert dann verschiede Parameter (Frequenz, Anzahl der Zyklen, Amplitude und Hüllkurve). Weitere Informationen zum C-POD finden Sie hier und auf der Herstellerseite.

Die Verankerung

Das Projekt SAMBAH nutzt ein eigenes Verankerungssystem. Als Oberflächenmarkierung dient eine 6m hohe Spiere mit Licht und Radarreflektor, die Spiere wird von einem 600kg schweren Grundstein gehalten. Dieser ist mittels Grundseil mit einem ca. 60m entfernten Betonanker verbunden. Vom Betonanker geht ein weiteres Seil an einen Fender an der Wasseroberfläche. An diesem Seil ist auch der C-POD befestigt, welcher 2m über dem Grund senkrecht in der Wassersäule schwebt. Zum Warten des C-PODs wird am Fender angedockt und das Polyesterseil bis zum POD aufs Schiff gezogen.

Eine PDF-Version des Verankerungssystems, das für SAMBAH in Deutschland eingesetzt wird, können Sie hier herunterladen.

 

Die Stationen

Von den 300 in der Zentralen Ostsee ausgebrachten Klickdetektoren, werden 16 Geräte in deutschen Gewässern in Tiefen zwischen 6 und 44 Metern eingesetzt.

 

Der deutsche Projektteil von SAMBAH wird durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und eine Spende der European Associationof Zoos and Aquaria(EAZA) gefördert. Das internationale Projekt wird hauptsächlich durch das EU-Umweltförderprogramm Life+ finanziert.

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