Leitbild

Das Deutsche Meeresmuseum verpflichtet sich zu folgenden Zielen und Werten:

 

A: Mission

1. Die Meere gelten als Wiege des Lebens. Nach Jahrmillionen beherbergen ihre überaus differenzierten Lebensräume ungezählte Arten.

2. Das Weltmeer ist ein wesentlicher Bestandteil des globalen Klimasystems. Die weltumspannenden Meeresströmungen beeinflussen die Verteilung des Wassers in der Atmosphäre und das Klimageschehen über den Kontinenten. Meeresströmungen treiben die großen biogeochemischen Kreisläufe an und steuern den Kohlenstoff-Kreislauf.

3. Das Wirken des Menschen - auch an Land - beeinflusst die Lebensräume der Meere. Die Erwärmung der Atmosphäre, die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen und das voranschreitende Artensterben bedrohen unsere Lebensgrundlagen.

4. Eine Veränderung ist im Interesse einer lebenswerten Zukunft dringend geboten. Und sie ist möglich. Wie sich unser Handeln ändern muss, das formulierte allseits anerkannt die internationale Umweltkonferenz 1992 in Rio de Janeiro. Demnach dürfen wir Meer und Land nur noch nachhaltig nutzen. Und einen Teil müssen wir der Natur gänzlich zurückgeben und durch strengen Schutz bewahren.

5. Voraussetzung für dieses neue Denken und Handeln ist das Wissen um die Zusammenhänge des Lebens und der Wechselbeziehungen mit unserem Wirken. Nur die Achtung vor der Schöpfung, nur die Wertschätzung von Vielfalt und Nutzen der Natur wird die Menschen bewegen, Rücksicht zu nehmen.

6. Das Deutsche Meeresmuseum hat den Auftrag, zur Ergründung und Vermittlung dieser globalen und ökologischen Zusammenhänge mit musealen Mitteln beizutragen. Es wirkt auf die Wahrnehmung der globalen und direkten Verantwortung jedes einzelnen Menschen hin.

 

B: Vision

1. Das Museum interessiert die Menschen für die Natur der Meere und Küsten. Es vermittelt Kenntnisse und Werte. Es informiert auf unterhaltsame Weise. Es berührt, bewegt und sensibilisiert Menschen und trägt so zur Veränderung ihres Denkens und Verhaltens gegenüber der natürlichen Umwelt bei.

2. Das Museum zeigt Lebensräume aus allen Weltmeeren mit ihrer typischen Flora und Fauna sowie ausgewählte Küstenökosysteme. Diese Darstellungen erfolgen auf wissenschaftlich fundierter Basis und so authentisch wie möglich und nötig. Das Museum berichtet über Bedrohung und Zerstörung der Meere sowie über ihren weltweiten Schutz und ihre nachhaltige Nutzung.

3. Das Museum beteiligt sich an der Erforschung der Meere. Es trägt zur Entwicklung und Popularisierung dieser Forschung bei, fördert den internationalen Wissenstransfer, arbeitet die Forschungsergebnisse allgemeinverständlich auf, macht sie bekannt und nutzbar. Das Museum ist ein internationales Kompetenz- und Kommunikationszentrum der Meeresökologie. Es beherbergt u. a. eine weltweit wichtige Sammlung mariner Fauna ausgewählter Gruppen. Die Sammlung wird gepflegt, erforscht und ständig erweitert.

4. Das Museum bereichert die deutsche und europäische Museumslandschaft. Unter den Naturkundemuseen bestimmt es den Trend mit. Das Museum setzt Maßstäbe in der Museums-Architektur, in der Präsentation, in der Besucherlenkung und beim Publikumsservice. Das Museum ergänzt seine Ausstellungen ständig um aktuelle Erkenntnisse. Bei Neu- und Umbauten sowie bei der Betreibung erfüllt es vorbildlich den Maßstab der Nachhaltigkeit. Es nimmt auf Belange von Kindern und behinderten Menschen besondere Rücksicht. Für internationale Gäste bietet das Museum wichtige Teile der Ausstellung in englischer Sprache an.

5. Das Museum bereichert die Hansestadt Stralsund und Mecklenburg-Vorpommern um eine Besucherattraktion. Es stärkt die einheimische Wirtschaft und schafft ein interessantes Freizeit-Angebot auch für die Vor- und Nachsaison sowie für Schlechtwettertage.

6. Das Museum ist eine zeitgemäße und zukunftsorientierte Institution. Sie arbeitet effizient und kostenbewusst.

7. Das Museum wird als Stiftung mit gesamtstaatlicher Bedeutung und im Interesse des Gemeinwohls geführt.

 

C: Leistungen

Sammeln, Bewahren und Forschen

1. Das Museum arbeitet wissenschaftlich auf den Gebieten der Meeresbiologie, Meereskunde, der Meeresgeologie sowie der Fischerei. Schwerpunktmäßig beteiligt es sich an der Erforschung der marinen Biodiversität in Verbindung mit der Taxonomie und Ökologie mariner Arten. Wesentliche Forschungsobjekte sind Meeressäugetiere, Fische und Korallen. Gemeinsam mit vielen Forschern auf der ganzen Welt tragen die Mitarbeiter des Museums Stück für Stück das Archiv der Natur zusammen.

2. Das Museum verwirklicht seinen Forschungsauftrag wesentlich durch seine wissenschaftlichen Sammlungen. Im Mittelpunkt stehen dabei: Meeressäugetiere, Meeres- und Küstenvögel, Meeresreptilien, Meeresfische, Mollusken, Krebse, Korallen, Schwämme, Stachelhäuter, Meerespflanzen, Fossilien sowie Geräte der Meeresforschung und Fischerei.

3. Wichtigste Sammlungs- und Forschungsregionen sind die an Deutschland angrenzenden Meeresgebiete der Ostsee und Nordsee. Zu bestimmten Teilaspekten der Biodiversität, Taxonomie und Ökologie mariner Organismen werden auch Forschungsarbeiten in anderen Meeresgebieten durchgeführt. Für die Ostseeküsten Mecklenburg-Vorpommerns und Schleswig-Holsteins fungiert das Museum als Fundarchiv und Belegsammlung.

4. Das Museum stellt sein Know-how für wissenschaftliche Publikationen, Forschungsvorhaben und Gutachten zur Verfügung. Es beteiligt sich am internationalen und interdisziplinären Wissenstransfer und regt den wissenschaftlichen Gedankenaustausch durch eigene Initiativen an.

 

Ausstellen, Informieren und Bilden

5. Umfassende Ausstellungen präsentieren Natur- und Lebensräume der Meere und Küsten einschließlich ihrer Flora und Fauna. Außerdem stellt das Museum die Meeresforschung und die wirtschaftliche Nutzung der Meere durch den Menschen dar.

6. Attraktive Aquarien mit vielfältigen Tierbeständen geben Einblick in die Lebenswelt der Ostsee, der nordischen und der tropischen Meere.

7. Die Dauerausstellungen werden durch Sonder- und Wanderausstellungen bereichert.

8. Die Museumspädagogik und die wissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit ergänzen die statischen Präsentationsformen. Das Museum bietet thematische Veranstaltungen für individuelle Zielgruppen an. Sonderveranstaltungen machen in besonderer Weise auf das Museum aufmerksam und erweitern sein thematisches Angebot.

9. Mit einer Internet-Präsentation und mindestens einem Periodikum vergrößert das Museum seinen Wirkungskreis, die Informationstiefe und das Themenangebot.

10. Das Museum stellt seine gesammelte Fach- und Populärliteratur für eine öffentliche Nutzung zur Verfügung.

 

Qualität der Präsentationen

11. Alle Präsentationen (Ausstellungen, Aquarien, Bildungsveranstaltungen und Publikationen) basieren auf zuverlässigen und wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen. Sie repräsentieren stets den aktuellen Stand der Meeresforschung.

12. Sie sind gehaltvoll, lehrreich und wissenswert.

13. Die Ausstellungen beeindrucken nicht zuletzt durch authentische und unikate Exponate sowie hochwertige Präparate.

14. Gleichzeitig ermöglichen moderne multimediale Elemente, über komplexe Sachverhalte in großer Breite zu informieren.

15. Die Präsentationen sprechen (in ihrer Gesamtheit) auf einem hohen pädagogischen Niveau Herz und Verstand sowie alle Sinne an. Sie bieten Möglichkeiten der Selbstbetätigung. Sie laden zum Experimentieren und zum spielerischen Lernen ein.

16. Sie sind spannend, faszinierend, erlebnisreich und immer wieder verblüffend. Sie bewegen die Besucher, regen ihre Fantasie an, geben Denkanstöße, provozieren zur Auseinandersetzung, stellen Fragen und bieten Antworten an.

17. Leicht verständlich bringen sie komplizierte Sachverhalte augenfällig auf den Punkt und Licht in das Dunkel der Ozeane. Sie zeigen insbesondere das sonst Verborgene, das Unsichtbare.

18. Ein einheitliches, übersichtliches Erscheinungsbild erleichtert die Lesbarkeit und die Orientierung innerhalb der Präsentationen. Eine individuelle Optik und Sprache geben dem Museum eine eigene, gut wiedererkennbare Identität. Es erlangt dadurch eine besondere Ausstrahlung und Anziehung.

19. In die Präsentation sind wechselnde Elemente integriert, so dass sich das Wiederkommen lohnt. Alle Teile befinden sich stets in gepflegtem Zustand.

20. Die Präsentationen orientieren sich an modernen Ausstellungs- und Bildungsmethoden. Sie sind dem Zeitgeschmack überlegen und berücksichtigen die Voraussetzungen einer möglichst breiten Zielgruppe. Sie enthalten Angebote für alle Altersgruppen und für englischsprachige Besucher. In allen wesentlichen Teilen nimmt die Ausstellung Rücksicht auf Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

 

D: Zielgruppen

1. Das Museum richtet sich an Einheimische wie Gäste, an alle Altersgruppen und sozialen Schichten. Seine Angebote sind vor allem für Laien gedacht. Insbesondere seine Veranstaltungen, Publikationen und Forschungsprojekte machen das Museum auch für Fachpublikum interessant.

2. Das Museum ist auf die Betreuung von Gruppen sowie auf Behinderte eingestellt.

3. Die meisten Besucher kommen als Touristen aus ganz Deutschland. Die zweitwichtigste Gruppe stellen Tagesbesucher aus Mecklenburg-Vorpommern und die Stralsunder selbst. Von den fremdsprachigen Besuchern sprechen viele englisch, sind aber meistens keine Muttersprachler.

4. Die Präsenz der Zielgruppen variiert – je nach Saison – erheblich.

 

E: Standorte

1. Das Museum verfügt (ab 2005) über die vier Standorte Katharinenberg, Darßer Ort, Dänholm und Hafeninsel Stralsund. Es gibt dabei keinen übergeordneten Standort. Die Einrichtungen unterscheiden sich deutlich voneinander und sind inhaltlich eigenständig. Sie ergänzen sich und verweisen aufeinander.

2. Alle vier Einrichtungen des Museums bilden eine gemeinsame Museums-Identität. Alle vier folgen dieser einheitlichen Identität.

3. Alle Standorte verfügen über eine spannende Umgebung, einen attraktiven Gebäudekomplex und eine unverwechselbare Atmosphäre.

4. Als fünfter und virtueller Standort kommt das Internet hinzu.

 

F: Partner

1. die Stifter

2. die Zuwendungsgeber

3. der Beirat

4. Sponsoren

5. Naturwissenschaftliche Forschungseinrichtungen

6. Kultur- und Bildungseinrichtungen

7. Wirtschaftsunternehmen

8. Gesellschaft / Öffentlichkeit / Medien

9. Behörden

10. Vereine und Verbände

11. Mittler (z.B.Tourismuswirtschaft, Schulen)

 

G: Wir arbeiten ...

1. in jeder Beziehung nachhaltig, ressourcenschonend, mit umweltverträglichen Materialien

2. dem Tier- und Artenschutz verpflichtet

3. mit Rücksicht auf die Belange der Stadt und der Region

4. kunden- und serviceorientiert

5. offen und transparent

6. fair und kooperativ

7. kollegial und vertrauensvoll

8. verantwortungsbewusst und engagiert

9. kreativ und zielgerichtet

10. effizient und kostenbewusst

 

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