Kein Plastik Meer und Familiensommer im Deutschen Meeresmuseum

(Stand März 2014)

   /imag...ispressetexte/kein-plastik-meer.jpgDas Deutsche Meeresmuseum in Stralsund widmet sich seit über 60 Jahren der marinen Biologie und der Forschung über den größten Lebensraum der Erde. Mit dem OZEANEUM hat es im Sommer 2008 eine Liebeserklärung an die Meere eröffnet und bringt seinen Besuchern die Schönheit und Faszination der Ozeane näher. Dabei zeigt das Museum auch, dass diese Schönheit in Gefahr ist und macht u. a. auf vom Aussterben bedrohte Arten, wie den Ostsee-Schweinswal, aufmerksam.

In diesem Jahr thematisiert es darüber hinaus den Schutz der Meere vor Plastikmüll.

Jedes Jahr gelangen unvorstellbare sechs Millionen Tonnen Müll ins Meer – vermutet man. Genau weiß niemand, um wie viel Müll es sich tatsächlich handelt. Sicher ist, dass der größte Teil des Mülls aus Plastik besteht. Sein Anteil wird auf etwa 70 Prozent geschätzt. Plastik verrottet nicht und deshalb finden sich mit dem Auge deutlich sichtbare und mikroskopisch kleine Teile davon in allen Weltmeeren. Dies hat fatale Auswirkungen auf die Natur: Meeressäuger, Seevögel oder Schildkröten verheddern sich in den Plastikmüll- oder Netzresten. Im schlimmsten Fall strangulieren sie sich und ertrinken. Viele Meerestiere verwechseln Plastikmüll mit Nahrung, ihr Magen füllt sich mit den unverdaulichen Resten. Letztlich verhungern sie qualvoll an einem vollen „Plastikmagen".

Die Stiftung Deutsches Meeresmuseum hat sich für dieses Jahr unter dem Motto „Kein Plastik Meer" das Ziel gesetzt, über diese brisante Thematik, die bisher nur unzureichend im Fokus der Öffentlichkeit steht, zu informieren. In den beiden Standorten MEERESMUSEUM und OZEANEUM sind dazu vielfältige Aktionen geplant: Bereits in den 1990er Jahren entdeckten Forscher riesige Müllansammlungen, die in wenigen Metern Wassertiefe durch den ganzen Nordpazifik kreisen. So zeigt das OZEANEUM beispielsweise einen aus Plastikmüll nachgebauten, neun Meter großen Müllstrudel. Im MEERESMUSEUM verdeutlicht u. a. eine Installation aus Plastiktüten, wie täuschend ähnlich diese den Quallen sehen. Schildkröten verwechseln treibende Plastiktüten mit Nahrung. So wird auch dieser Müll für Meerestiere zu einer lebensbedrohlichen Gefahr. Eine Sonderausstellung im MEERESMUSEUM dokumentiert die gegenwärtige Bergung von herrenlosen Fischernetzen aus der Ostsee. Das Projekt starteten der WWF, das Institut für marine und maritime Forschung e. V. „archaeomare" sowie des Deutsche Meeresmuseum im August 2013.

Über weitere Hintergründe und Lösungsansätze informiert zudem die Sonderausstellung „Endstation Meer? Das Plastikmüll-Projekt." in der Stralsunder Kulturkirche St. Jacobi. Herzstück dieser Ausstellung ist eine Installation aus Plastikschwemmgut von Strandsäuberungen, die auf Hawaii ebenso wie an der Nordseeküste stattgefunden haben. Die vom Museum für Gestaltung Zürich konzipierte und durch die Drosos Stiftung finanzierte Wanderausstellung war zuletzt in Kopenhagen zu sehen und ist in Stralsund ab dem 20. Mai 2014 geöffnet. Den europaweiten Rahmen für den Eröffnungstag dieser Ausstellung bildet der European Maritime Day vom 19. bis 20. Mai 2014. Deutschland ist in diesem Jahr erstmals Gastgeber der Veranstaltung. Neben einer zentralen, internationalen Konferenz in Bremen zum Schutz der Meere finden in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt im ganzen Land, u. a. auch im OZEANEUM Stralsund, weitere Aktionen statt.

Parallel erwartet die Stralsunder Gäste in den Ferien ein abwechslungsreiches Programm während des ersten Familiensommers im Deutschen Meeresmuseum. Mit Familienführungen, offenen Ferienwerkstätten und zahlreichen kostenfreien Angeboten, wie einer interaktiven Familientour, Schaufütterungen und einem Touchpool, will das Museum die Besucher sowohl für die Ostsee vor der Haustür als auch für ferne Ozeane begeistern – und sie so für den Schutz dieser einzigartigen Lebensräume gewinnen.

 

Text: Deutsches Meeresmuseum (DMM)

 

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